Schiroka Laka liegt etwa 23 Kilometer von Smoljan entfernt in den zentralen Rhodopen und ist ein geschütztes Dorf mit Steinhäusern, Bogenbrücken und einer Kirche aus dem Jahr 1834. Hier sitzt die Nationale Schule für Volkskunst, und jedes Jahr im März findet ein großes Kukeri-Fest statt.
Der Name des Dorfes bedeutet übersetzt breite Wiese, und tatsächlich öffnet sich der Hang bei Schiroka Laka zu einem Bergkessel, in dem Dutzende Steinhäuser übereinander gestaffelt liegen. Die Dächer sind mit Steinplatten gedeckt, die Fassaden aus grauem Stein gemauert, und zwischen den Häusern winden sich schmale Gassen zum Fluss hinab. Über den Bach spannen sich Bogenbrücken, und am Rand des Dorfes ragen dunkle Fichtenwälder auf. Der Ort gilt als Architektur-, Ethnografie- und Folklorereservat der Rhodopen.
Was Schiroka Laka von anderen Dörfern unterscheidet, ist die Musik. Das Rhodopenlied mit seinen langen, ruhigen Melodien wird hier gepflegt, und seit 1972 besteht die Nationale Schule für Volkskunst, deren Schüler im Dorf lernen. Dazu kommt das Kukeri-Fest, bei dem Maskenläufer mit Glocken den Winter vertreiben. Dieser Ratgeber beschreibt die Architektur, die Bogenbrücken, die Musiktradition, das Fest und die Frage, wie du das Dorf von Smoljan aus in einen Tagesausflug einbaust.
| Lage | zentrale Rhodopen, etwa 23 km von Smoljan |
|---|---|
| Name | bedeutet breite Wiese |
| Status | Architektur- und Ethnografiereservat |
| Hauptkirche | Mariä Himmelfahrt, 1834 erbaut |
| Alte Schule | Zellenschule von 1835 neben der Kirche |
| Schule für Volkskunst | gegründet 1972 |
| Kukeri-Fest | traditionell am ersten Sonntag im März |
Fragen, die wir beantworten
- Was zeichnet die Architektur von Schiroka Laka aus?
- Was erwartet dich in der Kirche und der alten Schule?
- Was haben die Bogenbrücken mit dem Dorf zu tun?
- Warum gilt Schiroka Laka als Wiege des Rhodopenlieds?
- Was passiert beim Kukeri-Fest?
- Wie verbindest du Schiroka Laka mit Smoljan und den Rhodopen?
- Wann reist du am besten und wie übernachtest du?
Was zeichnet die Architektur von Schiroka Laka aus?
Die Häuser stammen überwiegend aus dem 18. und 19. Jahrhundert und folgen dem Baustil der Rhodopen. Das Erdgeschoss besteht aus Stein, die Mauern sind dick, die Fenster klein, und die Dächer deckte man mit Steinplatten, die vor Wind und Schnee schützen. Im Inneren sind die Räume um den offenen Kamin gruppiert, die Holzdecken bemalt, und überall finden sich eingebaute Nischen für Geschirr und Bettzeug. Weil die Hänge steil sind, wurden die Häuser terrassenförmig gebaut: Das Dach eines Hauses liegt oft auf der Höhe der Gasse des nächsten. Die Gebäude sind keine Museumsstücke, sondern werden bewohnt, vermietet oder als Gästehäuser betrieben. Wegen dieser Geschlossenheit wurde das Dorf unter Denkmalschutz gestellt. Rechne für einen Rundgang mit etwa zwei Stunden, denn die Steigungen und das Kopfsteinpflaster verlangen ein gemächliches Tempo und trittsichere Schuhe. Wer genau hinschaut, entdeckt an manchen Fassaden eingemeißelte Jahreszahlen, an den Toren kleine Schutzzeichen und an den Dachrändern die handgespaltenen Steinplatten, die jeder Hausherr einst selbst auswählte. Besonders eindrucksvoll wirkt das Dorf nach Regen, wenn der Stein dunkel glänzt und Nebelschwaden über die Dächer ziehen.
Was erwartet dich in der Kirche und der alten Schule?
Die Hauptkirche, der Mariä Himmelfahrt geweiht, wurde 1834 gebaut. Neben ihr steht die alte Zellenschule, 1835 errichtet und dem heiligen Panteleimon geweiht. Der Name zeigt, dass Bildung zu den ersten Anliegen der Dorfgemeinschaft gehörte. Die Ikonostase der Kirche wird Schülern der Brüder Dimitar und Zahari Zograf aus Samokow zugeschrieben; möglicherweise malten die Brüder selbst. Ein zweites Gotteshaus, die Nikolauskirche, liegt höher im Dorf. Beide Gebäude sind schlicht von außen und reich im Inneren, wie es in den Rhodopen unter osmanischer Herrschaft üblich war, als Kirchen niedrig bleiben mussten und ihre Pracht im Verborgenen entfalteten. Wenn eine Kirche geschlossen ist, frage im Dorf nach dem Schlüssel; häufig öffnet dir jemand die Tür. Im Inneren riecht es nach Wachs und altem Holz, und die Ikonen schimmern im Licht der Kerzen. Fotografiere nur, wenn es ausdrücklich erlaubt ist, und lasse eine kleine Spende für die Pflege des Gebäudes da. Verhalte dich respektvoll und trage bedeckte Schultern und Knie.
Was haben die Bogenbrücken mit dem Dorf zu tun?
Gegenüber der Kirche und der alten Schule überspannen zwei hübsche Steinbrücken in Bogenform den Bach. Sie verbinden die beiden Teile des Dorfes und sind ein beliebtes Fotomotiv, besonders am Morgen, wenn Nebel im Tal liegt. Die Brücken stehen für die Bauweise der Region, in der Handwerker aus Stein und Kalk Konstruktionen schufen, die Jahrhunderte überdauern. Der Fluss läuft durch das Dorf und teilt es in mehrere Viertel, zwischen denen schmale Pfade auf und ab führen. Geh zu Fuß und lass dich treiben, denn die schönsten Winkel liegen oft abseits der Hauptgasse. Von den Brücken führen Wege in die Wälder, auf denen Wanderer in wenigen Minuten Aussichtspunkte erreichen. Kinder spielen am Wasser, im Sommer bringt der Bach angenehme Kühle.
Warum gilt Schiroka Laka als Wiege des Rhodopenlieds?
Das Rhodopenlied zählt zu den charakteristischsten Formen der bulgarischen Volksmusik: lange Melodien mit verzierten Tönen, getragen von Gesang und oft von der Gaida, dem Dudelsack der Region. In Schiroka Laka wird diese Kunst seit Generationen gepflegt. 1972 wurde dort die Nationale Schule für Volkskunst gegründet, an der junge Talente Gesang und traditionelle Instrumente lernen. Die Schüler treten bei Festen im Dorf auf, zum Beispiel beim Kukeri-Fest, wo sie Konzerte geben. Wenn du Glück hast, hörst du beim Spazieren Proben aus einem Fenster. Wer die Musik der Rhodopen vertiefen möchte, findet im Beitrag zu Traditionen und Brauchtum den Zusammenhang mit anderen Bräuchen des Landes. Hör dir die Lieder am besten live an: Die Stimmen tragen in den engen Gassen besonders weit. Im Sommer geben Schüler und Lehrer gelegentlich kleine Konzerte, und in den Gästehäusern wird mitunter spontan gesungen, wenn die Gastgeber merken, dass du dich für die Musik interessierst. Frage freundlich nach, denn niemand muss auftreten, aber viele freuen sich, ihre Tradition zu zeigen.
Was passiert beim Kukeri-Fest?
Das Kukeri-Fest in Schiroka Laka findet nach Angaben der Veranstalter traditionell am ersten Sonntag im März statt und markiert das Ende des Winters. Kukeri sind Maskenläufer in Fellen, mit furchterregenden Masken und großen Glocken am Gürtel. Ihr Lärm soll böse Geister vertreiben und Gesundheit und Fruchtbarkeit bringen. Beim Fest treten mehrere Gruppen aus verschiedenen Regionen des Landes auf, ziehen durch das Dorf und führen am Dorfplatz Rituale für Hochzeit, Geburt, Pflügen und Aussaat vor. Das Fest wird von der Gemeinde Smoljan, der Verwaltung von Schiroka Laka und dem Gemeinschaftszentrum „Exarch Stefan 1872“ organisiert und lockt Tausende Besucher aus dem In- und Ausland an. Ein genaues Datum für 2027 ist noch nicht bestätigt; nach der Regel fällt es auf den ersten Sonntag im März. Frage vorab bei der Gemeinde nach dem Programm. Weitere Termine im Jahreskreis findest du im Beitrag Feste und Brauchtum.

Wie verbindest du Schiroka Laka mit Smoljan und den Rhodopen?
Das Dorf liegt rund 23 Kilometer von Smoljan entfernt, die Angaben zur Himmelsrichtung schwanken je nach Quelle. Von der Stadt fährst du in etwa 30 bis 40 Minuten über kurvige Bergstraßen. Viele Reisende kombinieren das Dorf mit dem Planetarium und den Seen von Smoljan sowie mit der Schlucht von Trigrad. Für die Gebirgslandschaft im Ganzen lohnt der Beitrag zu den Rhodopen. Plane einen Tag ein, besser einen Tag und eine Nacht, denn abends und am frühen Morgen ist das Dorf am schönsten. Taxis und Gästehäuser vermitteln Fahrten, öffentliche Busse sind selten. Wer im Winter fährt, braucht Schneeketten und etwas Zeit, da Bergstraßen nach Schneefall nicht sofort geräumt sind.
Wann reist du am besten und wie übernachtest du?
Beste Reisezeiten sind Juni bis September für Wanderungen und der erste Sonntag im März für das Kukeri-Fest. Im Herbst färben sich die Wälder, im Winter liegt häufig Schnee. Übernachten kannst du in Gästehäusern, die in alten Steinhäusern eingerichtet sind: Du schläfst unter bemalten Holzdecken, frühstückst am Kamin und wirst von den Gastgebern mit Rhodopen-Küche verwöhnt. Typische Gerichte sind Kartoffelgerichte, Bohnen, Käse und Fleisch vom Grill, dazu Joghurt und Honig. Die Preise sind niedrig und werden seit dem 1. Januar 2026 in Euro berechnet. Beim Fest sind die Zimmer lange vorher ausgebucht, melde dich frühzeitig an. Bring warme Kleidung mit, denn auch im Sommer kühlt es nach Sonnenuntergang schnell ab. Wer auf Wanderungen aufbricht, nimmt Wasser und eine Karte mit, da der Empfang im Gebirge schwanken kann. Viele Gastgeber geben gern Tipps für kurze Spaziergänge von der Haustür, zum Beispiel zu Aussichtspunkten oberhalb der Kirche oder an den Bachlauf entlang durch den Wald.
Wie weit ist Schiroka Laka von Smoljan entfernt?
Rund 23 Kilometer. Mit dem Auto brauchst du je nach Wetter und Straße etwa 30 bis 40 Minuten.
Wann findet das Kukeri-Fest statt?
Traditionell am ersten Sonntag im März. Das genaue Datum und das Programm für 2027 sind noch nicht bestätigt; erkundige dich bei der Gemeinde Smoljan.
Wofür ist Schiroka Laka bekannt?
Für seine Steinarchitektur, die Bogenbrücken, die Kirche von 1834, die Nationale Schule für Volkskunst und das Rhodopenlied. Das Dorf gilt als Architektur- und Folklorereservat.
Lohnt sich eine Übernachtung?
Ja. Abends und morgens ist das Dorf ruhig und besonders stimmungsvoll. Gästehäuser in alten Steinhäusern verbinden Komfort mit Atmosphäre.
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Weiter geht es in Smoljan oder, wenn du Museumsdörfer sammelst, in Scherawna.
