Plewen (Pleven)

Plewen (Pleven)

Plewen (Pleven) ist mit rund 100.000 Einwohnern eine der größten Städte Nordbulgariens und untrennbar mit der Befreiung des Landes verbunden. Das monumentale Rundgemälde-Panorama „Pleven-Epopöe 1877″ erinnert an die entscheidende Belagerung im Russisch-Osmanischen Krieg. Weitläufige Parks wie Skobelew und Kaylaka machen die Stadt zudem grün und einladend.

Plewen ist die Stadt der bulgarischen Befreiung. In der weiten Donauebene Nordbulgariens gelegen, wurde sie 1877 zum Schauplatz einer der wichtigsten Schlachten der neueren Geschichte des Landes: Die monatelange Belagerung von Plewna im Russisch-Osmanischen Krieg ebnete den Weg zur Wiedererrichtung des bulgarischen Staates. Kein anderer Ort verkörpert die nationale Erinnerung an die Befreiung so stark wie diese Stadt.

Ihr eindrucksvollstes Denkmal ist das monumentale Panorama „Pleven-Epopöe 1877″, ein gewaltiges Rundgemälde, das die dramatischen Kämpfe für den Besucher lebendig werden lässt. Doch Plewen ist mehr als ein Erinnerungsort: Weitläufige Parks, eine lebhafte Fußgängerzone und bedeutende Museen laden zum Verweilen ein. Dieser Ratgeber zeigt dir, warum Plewen „Stadt der Befreiung“ heißt, was das Panorama so besonders macht und welche grünen Oasen und Ausflüge auf dich warten.

Einwohnerrund 100.000
LageNordbulgarien, in der Donauebene
Historische BedeutungBelagerung von Plewna 1877 im Russisch-Osmanischen Krieg
WahrzeichenPanorama „Pleven-Epopöe 1877″
Grüne OasenSkobelew-Park und Naturpark Kaylaka
Anreisegut per Auto, Bus und Bahn von Sofia erreichbar

Was macht Plewen zur „Stadt der Befreiung“?

Plewen trägt den Ehrennamen „Stadt der Befreiung“, weil hier 1877 die entscheidenden Kämpfe des Russisch-Osmanischen Krieges von 1877/78 stattfanden, der Bulgarien nach fast fünf Jahrhunderten osmanischer Herrschaft die Freiheit zurückbrachte. Die osmanische Armee unter dem fähigen General Osman Pascha hatte sich in Plewna – so der damalige Name – stark verschanzt und hielt die vereinten russischen und rumänischen Truppen monatelang auf. Erst nach einer langen Belagerung fiel die Stadt im Dezember 1877, was den Weg zum Vormarsch der Befreier und schließlich zum Frieden von San Stefano 1878 öffnete. Für die Bulgaren wurde Plewen dadurch zum Symbol der nationalen Wiedergeburt. Die ganze Stadt ist von Denkmälern, Museen und Erinnerungsorten geprägt, die an diese schicksalhaften Ereignisse erinnern – ein zentrales Kapitel der Geschichte Bulgariens.

Was zeigt das Panorama „Pleven-Epopöe 1877″?

Das berühmteste Bauwerk der Stadt ist das Panorama „Pleven-Epopöe 1877″, das 1977 zum hundertsten Jahrestag der Belagerung errichtet wurde. Es gehört zu den wenigen monumentalen Panoramen weltweit und ist das bedeutendste seiner Art auf dem Balkan. Im Inneren umgibt den Besucher ein gewaltiges, rundum laufendes Rundgemälde, das zusammen mit einem plastisch gestalteten Vordergrund die dramatischen Szenen der Kämpfe dreidimensional wirken lässt – Soldaten, Geschütze, brennende Stellungen und die Landschaft rund um Plewna verschmelzen zu einem eindrucksvollen Gesamtbild. Vier große Leinwände zeigen die entscheidenden Momente der Schlacht. Das Panorama steht im Skobelew-Park auf einer Anhöhe, von der aus man einst das Schlachtfeld überblickte. Es ist ein bewegendes und zugleich künstlerisch beeindruckendes Erlebnis, das die Geschichte greifbar macht und den Besuch in Plewen zu einem Höhepunkt jeder Nordbulgarien-Reise macht.

Das monumentale Panorama-Gebäude Pleven-Epopöe 1877 im Skobelew-Park von Plewen
Das Panorama „Pleven-Epopöe 1877″ erinnert mit einem gewaltigen Rundgemälde an die Belagerung im Russisch-Osmanischen Krieg.

Wie verlief die Belagerung von Plewna?

Die Belagerung von Plewna im Jahr 1877 zählt zu den härtesten Kämpfen des Russisch-Osmanischen Krieges. Der osmanische Befehlshaber Osman Pascha hatte die Stadt in kürzester Zeit zu einer starken Festung mit Erdwällen und Redouten ausgebaut. Mehrere russische und rumänische Sturmangriffe scheiterten unter hohen Verlusten an dieser Verteidigung, sodass die Angreifer schließlich zu einer regelrechten Einschließung übergingen und die Stadt monatelang aushungerten. Erst als ein Ausbruchsversuch Osman Paschas im Dezember 1877 scheiterte, kapitulierte die osmanische Armee. Der Fall Plewnas gilt als Wendepunkt des Krieges, der den Weg für die Befreiung Bulgariens freimachte. Die enormen Opfer auf beiden Seiten machten die Schlacht in ganz Europa bekannt. Bis heute erinnern zahlreiche Gedenkstätten in und um Plewen an die Gefallenen dieses Ringens, das die Landkarte Südosteuropas neu ordnete.

Welche Erinnerungsorte gibt es in der Stadt?

Plewen ist reich an Gedenkorten. Der zentrale ist der weitläufige Skobelew-Park am Südrand der Stadt, benannt nach dem russischen General Michail Skobelew, der bei der Belagerung eine Schlüsselrolle spielte. Auf dem einstigen Schlachtfeld stehen hier neben dem Panorama nachgebildete Schützengräben, Kanonen, ein Beinhaus und zahlreiche Denkmäler für die Gefallenen. Im Herzen der Stadt erhebt sich das Mausoleum der im Kampf um Plewen gefallenen russischen und rumänischen Soldaten, ein würdiges Bauwerk, das als Beinhaus dient. Ergänzt werden diese Orte durch das umfangreiche Regionale Historische Museum, das die gesamte Geschichte der Stadt von der Antike bis zur Befreiung dokumentiert. Zusammen bilden diese Stätten ein eindrucksvolles Ensemble, das die Ereignisse von 1877 auf vielfältige Weise erfahrbar macht und Plewen zu einem Wallfahrtsort der nationalen Erinnerung werden lässt.

Was bietet der Naturpark Kaylaka?

Nur wenige Kilometer südlich des Zentrums liegt der Naturpark Kaylaka, die grüne Erholungsoase von Plewen. In einer eindrucksvollen Felsschlucht, die aus einem einstigen Steinbruch entstand, verbinden sich hohe Kalksteinwände, ein malerischer See und dichte Wälder zu einer überraschend wilden Landschaft. Der Park bietet Wanderwege, Picknickplätze, einen kleinen Tierpark, Bootsverleih und Ausflugslokale und ist bei Einheimischen ein beliebtes Ziel für Wochenendausflüge. Kletterbegeisterte finden an den Felswänden Routen, Familien schätzen die weitläufigen Grünflächen. Ein historisches Detail: In der Schlucht wurden Reste einer antiken Festung entdeckt. Der Kaylaka-Park ergänzt das geschichtsträchtige Plewen um eine naturnahe, entspannte Seite und zeigt, dass sich die Stadt auch als Ausgangspunkt für Aktivitäten im Grünen eignet – Anregungen dazu bietet unser Bereich Berge, Ski & Aktiv.

Welche weiteren Sehenswürdigkeiten lohnen sich?

Auch abseits der Kriegserinnerung hat Plewen einiges zu bieten. Die lebhafte Fußgängerzone im Zentrum mit ihren Cafés, Geschäften und Brunnen lädt zum Bummeln ein und wird von schönen Bürgerhäusern gesäumt. Ein Kleinod ist die Kunstgalerie Swetlin Rusew, die eine bedeutende Sammlung bulgarischer und internationaler Malerei beherbergt und einem der wichtigsten Künstler des Landes gewidmet ist. Sehenswert sind zudem die orthodoxen Kirchen der Stadt und der unterirdische Wasserspeicher als technisches Denkmal. Wer sich für Kunst und Kultur interessiert, findet in Plewen eine angenehme Mischung aus Geschichte, Museen und städtischem Leben. Weitere kulturelle Highlights des Landes stellen wir in unserem Bereich Kultur & Sehenswürdigkeiten vor.

Wie kommt man nach Plewen?

Plewen liegt zentral in Nordbulgarien an der Hauptverbindung zwischen der Hauptstadt und der Donau. Von Sofia erreicht man die Stadt mit Auto, Bus oder Bahn in etwa zwei bis drei Stunden; Plewen ist ein wichtiger Bahnknoten an der Strecke Sofia–Warna. Auch von der Donaustadt Russe und von der Zarenstadt Weliko Tarnowo ist Plewen in ein bis zwei Stunden gut erreichbar, was die Stadt zu einem sinnvollen Halt auf einer Rundreise durch den Norden macht. Das Zentrum mit Fußgängerzone, Mausoleum und Museen lässt sich bequem zu Fuß erkunden; für Skobelew-Park, Panorama und Kaylaka empfiehlt sich ein Taxi oder Mietwagen. Alle Hinweise zur Anreise findest du in unserer Reiseplanung.

Wann ist die beste Reisezeit?

Für einen Besuch in Plewen eignen sich Frühling und Herbst am besten. In den Monaten von April bis Juni sowie September und Oktober sind die Temperaturen mild, ideal für Besichtigungen und Spaziergänge im Skobelew- und Kaylaka-Park. Der Sommer kann in der Donauebene heiß werden, dann bieten die schattigen Wälder des Kaylaka-Parks eine willkommene Abkühlung. Ein besonderer Tag im Kalender ist der 10. Dezember, der Tag der Befreiung von Plewen, an dem die Stadt mit Zeremonien und Kranzniederlegungen der Ereignisse von 1877 gedenkt. Wer die Denkmäler und das Panorama in Ruhe erleben möchte, besucht sie am besten unter der Woche und am Vormittag. Auch im Winter hat die Stadt mit ihren festlich geschmückten Straßen und den stillen Erinnerungsorten ihren eigenen, nachdenklichen Reiz.

Warum ist Plewen historisch so bedeutend?

In Plewen fand 1877 die entscheidende Belagerung des Russisch-Osmanischen Krieges statt, die zur Befreiung Bulgariens von der osmanischen Herrschaft führte. Die Stadt gilt daher als Symbol der nationalen Wiedergeburt und trägt den Namen „Stadt der Befreiung“.

Was ist das Panorama in Plewen?

Das Panorama „Pleven-Epopöe 1877″ ist ein monumentales Rundgemälde-Gebäude, das die Belagerung von 1877 dreidimensional darstellt. Es ist das bedeutendste Panorama auf dem Balkan und die Hauptsehenswürdigkeit der Stadt.

Lohnt sich ein Besuch des Kaylaka-Parks?

Ja. Der Naturpark Kaylaka am Stadtrand bietet in einer Felsschlucht mit See und Wäldern Wanderwege, Bootsverleih und Picknickplätze – eine grüne Oase, die einen schönen Kontrast zu den historischen Denkmälern der Stadt bildet.

Wie weit ist Plewen von Sofia entfernt?

Plewen liegt rund 170 Kilometer nordöstlich von Sofia und ist mit Auto, Bus oder Bahn in etwa zwei bis drei Stunden erreichbar. Als Bahnknoten an der Linie Sofia–Warna ist die Stadt gut angebunden.

Wo Bulgarien seine Freiheit gewann

Plewen erzählt vom Kampf um die Unabhängigkeit des Landes. Vertiefe die bewegte Geschichte Bulgariens von der Antike bis zur Wiedergeburt.

Zur Geschichte Bulgariens

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