Schabla und Krapez liegen im äußersten Nordosten Bulgariens, nahe der rumänischen Grenze. Der Leuchtturm am Kap Schabla gilt als einer der ältesten des Landes, der Schabla-See ist Schutzgebiet, und in Krapez ziehen sich breite Sandstrände. Kap Kaliakra liegt weiter südlich in Reichweite.
Die Nordküste hat nichts mit den lebhaften Badeorten im Süden zu tun, und genau das macht ihren Reiz aus. Hinter Schabla öffnet sich eine flache, weite Landschaft mit Feldern, Salzseen und niedrigen Dünen, in der der Wind fast immer weht und die Himmelsfläche riesig wirkt. Am Kap steht ein Leuchtturm, der zu den ältesten und höchsten des Landes zählt, und wenige Kilometer weiter nördlich liegt Krapez, ein kleines Fischerdorf mit endlosem Strand. Die Gegend gehört zu den ruhigsten Küstenabschnitten Bulgariens.
Wer hier reist, sucht keine Promenaden, sondern Stille, Vögel, Wind und Weite. Kiter finden offene Strände, Camper einfache Plätze, Naturfreunde Seen und Schilfgürtel. Gleichzeitig bildet die Region den Ausgangspunkt für weitere Ziele wie den Durankulak-See im Norden und das Kap Kaliakra weiter südlich. Dieser Ratgeber beschreibt den Leuchtturm, den See, den Strand von Krapez, die Möglichkeiten für Wassersport und die praktischen Fragen der Anreise.
| Lage | äußerster Nordosten, nahe der Grenze zu Rumänien |
|---|---|
| Leuchtturm | am Kap Schabla, Station seit dem 19. Jahrhundert |
| Schabla-See | Schutzgebiet, rund 3 bis 5 km nordöstlich der Stadt |
| Krapez | Fischerdorf mit Sandstrand und Campingplatz, rund 16 km nordöstlich |
| Durankulak | nördlichster Küstenort, Vogelschutzgebiet am See |
| Kap Kaliakra | weiter südlich, Naturreservat mit Festungsruine |
| Verkehr | ohne Auto schwierig, Busse nur bis Hauptorte |
Fragen, die wir beantworten
- Wo liegen Schabla und Krapez und wie ist die Landschaft?
- Was macht den Leuchtturm von Schabla besonders?
- Warum ist der Schabla-See geschützt?
- Was erwartet dich in Krapez?
- Was lohnt sich in Durankulak?
- Was bieten Kamen Brjag und Tjulenowo?
- Wie verbindest du die Region mit Kap Kaliakra?
- Wie erreichst du die Nordküste und wann ist die beste Reisezeit?
Wo liegen Schabla und Krapez und wie ist die Landschaft?
Schabla ist eine Kleinstadt im Nordosten, die nicht direkt am Wasser liegt, sondern einige Kilometer landeinwärts. Die Küste erreichst du über Nebenstraßen, vorbei an Feldern und Weideland. Krapez liegt etwa sechzehn Kilometer nordöstlich der Stadt und ist ein Fischerdorf mit langem, breitem Sandstrand und Dünen. Weiter nördlich folgt Durankulak, der nördlichste Küstenort Bulgariens, nur wenige Kilometer von der rumänischen Grenze. Die Landschaft ist flach, Seen und Lagunen liegen dicht hinter dem Meer, und die Orte wirken verschlafen. Im Hochsommer ist es hier deutlich leerer als an den großen Badeorten, im Frühling und Herbst herrscht beinahe Stille. Diese Ruhe ist die große Stärke der Region, erfordert aber, dass du dich selbst versorgst: Läden, Restaurants und Unterkünfte sind dünn gesät. Tanke rechtzeitig, kaufe Wasser und Proviant in der Stadt und plane die Fahrten tagsüber, denn nachts sind die Nebenstraßen dunkel und Wildwechsel ist möglich.
Was macht den Leuchtturm von Schabla besonders?
Der Leuchtturm am Kap Schabla gilt nach Angaben als der höchste, älteste und östlichste an der bulgarischen Küste. Eine Leuchtfeuerstation soll hier schon 1786 bestanden haben, die heutige Anlage wurde 1856 unter osmanischer Herrschaft gegründet. Er steht auf einem niedrigen Vorsprung, von dem aus der Blick über die offene See reicht. Rund um den Turm ist die Küste felsig, kleine Sandstrände wechseln mit Wiesen. Der Leuchtturm ist ein Orientierungspunkt für Schiffe und ein Wahrzeichen der Region. Ob das Innere für Besucher geöffnet ist, ändert sich, frage vor Ort nach. Der Spaziergang um das Kap lohnt sich auch ohne Besichtigung, besonders bei Sonnenaufgang, wenn das Licht flach über das Wasser fällt und die Möwen kreisen. Bringe eine Jacke mit, denn auf dem Kap weht fast immer ein frischer Wind.
Warum ist der Schabla-See geschützt?
Der Schabla-See, auch Schabla Tuzla genannt, ist eine Lagune nahe dem Meer, nur durch einen schmalen Streifen vom Wasser getrennt. Er liegt etwa drei bis fünf Kilometer nordöstlich der Stadt und gehört zu den Schutzgebieten der Region. Wasservögel finden hier Nahrung, Schilfgürtel bieten Brutplätze, und die Lage an der Zugroute zwischen Europa und Afrika macht die Gegend zum Ziel für Vogelbeobachter. Im Frühjahr und Herbst ziehen große Schwärme durch. Wer mit einem Fernglas kommt, kann Reiher, Enten und Limikolen beobachten. Das Gebiet ist empfindlich, bleibe deshalb auf Wegen, halte Abstand zu Brutplätzen und nimm Müll wieder mit. In der Umgebung führen Feldwege entlang des Ufers, aber ohne Beschilderung. Eine Karte auf dem Smartphone hilft.

Was erwartet dich in Krapez?
Krapez ist ein kleines Fischerdorf mit einem langen, breiten Sandstrand, hinter dem sich Dünen erheben. Es gibt einen Campingplatz im Bereich des Fischereihafens, einfache Unterkünfte und ein paar Gaststätten, in denen Fisch auf dem Teller landet. Der Strand ist offen und windexponiert; das macht ihn für Kiter interessant, die an der Nordküste Platz finden. Verlässliche Angaben zu Schulen und Spots sind schwer zu belegen, frage deshalb vor Ort in Camps und Unterkünften nach den aktuellen Bedingungen und achte auf Strömung und Wetter. Für Familien ist das Wasser abschnittsweise flach, doch Schatten und Infrastruktur fehlen, bringe also Schirm, Wasser und Verpflegung mit. Ein Leuchtturm bei Krapez steht auf einem Vorsprung im Norden des Dorfes, etwa zehn Kilometer südlich der Grenze zu Rumänien. Abends bleibt der Ort ruhig, die Sterne sind klar.
Was lohnt sich in Durankulak?
Durankulak ist nach offiziellen Tourismusangaben der nördlichste Küstenort am Schwarzen Meer, etwa 15 bis 18 Kilometer von Schabla entfernt. Der Durankulak-See südöstlich des Dorfes ist ein wichtiges Vogelschutzgebiet an der Zugroute Via Pontica. Auf der Großen Insel im See liegt eine steinzeitliche Siedlung: Zwischen 1974 und 1997 wurden dort mehr als tausend prähistorische Bestattungen dokumentiert und die Reste von 25 Häusern gefunden. Die Siedlung stammt aus dem späten Neolithikum. Der Ort ist ein Beispiel dafür, wie lange die Küste schon besiedelt ist, und zeigt die Verbindung von Natur und Archäologie, die diese Region ausmacht. Der Strand von Durankulak ist lang und wenig besucht. Wenn du die Grenze nach Rumänien überquerst, brauchst du einen gültigen Ausweis.
Was bieten Kamen Brjag und Tjulenowo?
Zwischen Schabla und Kawarna zieht sich die Steilküste, an der Felswände, Höhlen und Buchten das Bild bestimmen. Das Dorf Kamen Brjag, übersetzt Steinerne Küste, gilt als Naturerlebnis-Ziel: Reiseführer bezeichnen es als größtes Gebiet für Klettern über tiefem Wasser in Bulgarien, und jedes Jahr findet hier das Festival July Morning statt. Im Schutzgebiet Jailata stehen die Reste einer Festung aus dem 5. und 6. Jahrhundert. Das Dorf Tjulenowo ist ein kleiner Küstenort mit Felsklippen und natürlichen Meeresbögen, der Name geht auf Robben zurück, die einst in der Gegend lebten. Die Aussichtspunkte sind bei Fotografen beliebt. Wege an der Kante sind ungesichert, halte Abstand und achte besonders mit Kindern auf Wind und lockeren Boden. Frage Einheimische nach sicheren Zugängen.
Wie verbindest du die Region mit Kap Kaliakra?
Südlich der Küste liegt das Kap Kaliakra, ein felsiger Vorsprung, der rund zwei Kilometer weit ins Meer ragt. Das Kap ist ein Naturschutzgebiet mit etwa 687 Hektar, besitzt Reste einer mittelalterlichen Festung, Höhlen und ein Denkmal für Admiral Uschakow. Auf der Straße sind es von Schabla je nach Route etwa 40 bis 50 Kilometer. Ausführliche Informationen findest du im Beitrag zu Kap Kaliakra. Unterwegs liegen die Steilküstenorte Kamen Brjag und Tjulenowo. Weiter südlich folgt die Stadt Baltschik mit Botanischem Garten und Palast. Plane für die Küstenfahrt einen ganzen Tag ein, denn die Straße ist langsam und die Sehenswürdigkeiten laden zum Verweilen ein.
Wie erreichst du die Nordküste und wann ist die beste Reisezeit?
Die Region ist ländlich. Öffentliche Verkehrsmittel fahren vor allem in größere Orte wie Kawarna, in die Dörfer gelangst du meist nur mit dem Auto. Ein Mietwagen ist deshalb die beste Wahl, Hinweise dazu im Beitrag Mietwagen. Die nächsten Flughäfen sind Warna und Constanta in Rumänien. Von Warna brauchst du etwa anderthalb Stunden. Beste Reisezeit ist Mai bis Juni sowie September, wenn das Wetter mild ist und die Vögel ziehen. Im Hochsommer ist es heiß, aber meist windig. Im Winter ist es kalt und stürmisch, viele Unterkünfte haben geschlossen. Unterkunft und Verpflegung kosten wenig; die Euro-Einführung zum 1. Januar 2026 hat daran für Reisende nichts geändert außer der Währung. Plane Bargeld ein, denn kleine Läden akzeptieren nicht immer Karten. Wer mehrere Tage bleibt, richtet sich am besten in einem Gästehaus in Schabla oder am Campingplatz bei Krapez ein und unternimmt von dort kurze Fahrten entlang der Küste. Nimm Windjacke, Sonnenschutz und festes Schuhwerk mit, weil sich das Wetter hier im Tagesverlauf rasch ändert.
Ist die Nordküste etwas für Familien?
Ja, wenn du Ruhe suchst und dich selbst versorgst. Es gibt lange Sandstrände, aber wenig Infrastruktur. Bringe Schirm, Wasser und Verpflegung mit.
Kann man in Krapez kiten?
Der Strand ist offen und windexponiert, was Kiter anzieht. Belegbare Angaben zu Schulen sind schwer zu finden, frage deshalb vor Ort nach Bedingungen, Strömung und Sicherheit.
Wie weit ist es von Schabla zum Kap Kaliakra?
Je nach Route etwa 40 bis 50 Kilometer. Unterwegs liegen Kamen Brjag und Tjulenowo. Plane einen ganzen Tag für die Strecke ein.
Brauche ich ein Auto?
In der Regel ja. Busse fahren nur in größere Orte, in die Dörfer und zu den Stränden kommst du am besten mit einem Mietwagen.
Weiter zum Kap Kaliakra
Steilküste, Festung und Höhlen: Das Kap Kaliakra ist eines der eindrucksvollsten Ziele der Nordküste.
Weiter südlich lockt Baltschik mit dem Botanischen Garten.
