Starosel liegt in der Provinz Plowdiw an den Südhängen der Sredna Gora, nahe der Kurstadt Hisarja. Dort wurden ab 2000 mehrere Grabhügel mit steinernen Kammern freigelegt, darunter die Tschetinjowa Mogila und der Hügel Horizont mit dorischen Säulen. Beide sind ganzjährig zugänglich. Wer wann hier bestattet wurde, ist in der Forschung nicht abschließend geklärt.
In Starosel erlebst du die Thraker im Gelände. Der Ort liegt abseits der großen Touristenwege: Du stehst vor Steinkammern unter Erdhügeln, die mehr als zweitausend Jahre alt sind, und kannst dir alles in Ruhe ansehen.
Diese Seite zeigt dir, was in Starosel zu sehen ist, welche Fragen die Forschung noch offen lässt, wie du hinkommst und wie du den Besuch mit Hisarja zu einem Tagesausflug ab Plowdiw verbindest. Den historischen Hintergrund liefert unser Überblick Die Thraker.
| Lage | Provinz Plowdiw, Südhänge der Sredna Gora, bei Hisarja |
|---|---|
| Entdeckung | 2000, durch den Archäologen Georgi Kitov (Tschetinjowa Mogila) |
| Sehenswert | Tschetinjowa Mogila, Grabhügel Horizont mit dorischen Säulen |
| Datierung | 5. bis 4. Jahrhundert v. Chr., im Einzelnen umstritten |
| Zugang | ganzjährig geöffnet, Eintritt kostenpflichtig, Führer verfügbar |
| Dauer | etwa zwei bis drei Stunden, mit Hisarja ein Tagesausflug |
| Anreise | Auto oder Tour ab Plowdiw, Parkplatz am Horizont-Hügel |
Fragen, die wir beantworten
- Was ist Starosel und warum lohnt der Besuch?
- Wo liegt Starosel und wie kommst du hin?
- Was ist die Tschetinjowa Mogila?
- Was zeichnet den Grabhügel Horizont aus?
- Wer wurde hier bestattet, und was ist gesichert?
- Wie passt Starosel in die Welt der Thraker?
- Wie läuft ein Besuch ab?
- Was bietet Hisarja in der Nähe?
- Für wen lohnt sich Starosel, und für wen eher nicht?
- Wie baust du einen Tag rund um Starosel?
Was ist Starosel und warum lohnt der Besuch?
Starosel ist ein Dorf in der Provinz Plowdiw, doch bekannt geworden ist es durch ein Gelände in seiner Umgebung. Dort stehen mehrere Grabhügel, die als thrakischer Kultkomplex bezeichnet werden. Nach amtlicher Beschreibung gehören sechs unterirdische Tempelbauten und einige Königsgräber zum Komplex, vier davon gelten als einzigartig. Zwei Anlagen sind für Besucher geöffnet: der große Tempel in der Tschetinjowa Mogila und der Horizont-Hügel.
Der Reiz liegt in der Mischung aus Landschaft und Architektur. Die Hügel liegen auf bewaldeten Hängen der Sredna Gora, und aus dem Gras tritt jeweils eine sorgfältig gebaute Steinfassade hervor. Wer nur das berühmte Grab von Kasanlak kennt, sieht hier ein anderes Gesicht der thrakischen Baukunst: mehrere Hügel statt eines einzelnen Grabes und viel Landschaft drumherum.
Wo liegt Starosel und wie kommst du hin?
Das Dorf Starosel liegt am Südrand der Sredna Gora, in der Nähe von Hisarja. Die Tschetinjowa Mogila befindet sich rund 4 Kilometer nordwestlich des Dorfes. Der Hügel Horizont liegt in der Flur Manastirtscheto, etwa 1,5 Kilometer vom Dorf entfernt. Beide erreichst du mit dem Auto über Straßen, am Horizont-Hügel gibt es ein Hinweisschild, einen Parkplatz und einen kurzen Fußweg zum Bauwerk.
Von Plowdiw aus ist Starosel ein bequemer Halbtagesausflug. Ohne Auto bietet sich eine Tour mit Fahrer an, wie sie viele Anbieter in Plowdiw verkaufen. Planst du ohnehin einen Mietwagen für Mittelbulgarien, lässt sich der Abstecher gut an eine Route durch die Region koppeln, mehr dazu auf unserer Seite Mietwagen in Bulgarien. In der Umgebung gibt es Hotels, Restaurants und Hinweistafeln.
Was ist die Tschetinjowa Mogila?
Die Tschetinjowa Mogila wurde im Jahr 2000 von dem Archäologen Georgi Kitov entdeckt und gilt als Hauptanlage. Den Fuß des Hügels fasst eine Steinmauer, die rund 241 Meter lang ist. Zum Eingang führen neun Steinstufen, die ursprünglich von zwei Löwenskulpturen flankiert waren. Dahinter folgen ein Gang, ein rechteckiger Vorraum und eine runde Hauptkammer. Die steinernen Türen fanden die Ausgräber zerbrochen am Boden.
Der Bau beeindruckt weniger durch Verzierung als durch die Größe und die Präzision der Steinmetzarbeit. Beim Rundgang erkennst du, wie aufwendig der Zugang inszeniert wurde: Treppe, Gang, Vorraum, Kammer.
Was zeichnet den Grabhügel Horizont aus?
Der Hügel Horizont wird als einziges thrakisches Grab mit Säulenfassade beschrieben. Sein Eingang zeigt eine Kolonnade in dorischer Ordnung, die an griechische Architektur erinnert. Die Säulen lagen großteils verstreut und wurden später an ihrer ursprünglichen Stelle wieder aufgerichtet. Datiert wird das Bauwerk auf das Ende des 5. und den Beginn des 4. Jahrhunderts v. Chr.
Zu den Grabbeigaben, die hier gefunden wurden, zählen bronzene Pfeilspitzen, silberne Perlen und Goldplättchen, die auf Kleidung aufgenäht wurden. Sie deuten auf eine hochrangige Bestattung hin. Das Zusammenspiel von griechischer Bauform und thrakischem Auftraggeber ist der Grund, warum Fachleute den Ort so spannend finden.
Wer wurde hier bestattet, und was ist gesichert?
Hier lohnt ein ehrlicher Blick. Der Entdecker Georgi Kitov ordnete die Tschetinjowa Mogila dem Odrysenkönig Sitalkes zu und deutete sie als Ort, an dem der vergöttlichte König verehrt wurde. Diese Interpretation gilt in der Fachwelt nicht als gesichert. Auch die Datierung schwankt: Neben dem Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr. wurden spätere Zeitansätze im 4. Jahrhundert und darüber hinaus vorgeschlagen.
Gesichert ist dagegen die Bauweise, und gesichert ist, dass es sich um eine hochrangige thrakische Anlage handelt. Alles Weitere, etwa die Frage nach dem Besitzer, gilt als Annahme. Touristische Texte stellen das gern eindeutiger dar, als es ist. Wenn du vor Ort einem Führer begegnest, lohnt die Frage, welche Aussagen belegt und welche Deutungen sind.
Wie passt Starosel in die Welt der Thraker?
Die Thraker waren kein einheitliches Reich, sondern ein Volk mit vielen Stämmen und Königen. Ihre Fürsten ließen sich in Hügelgräbern bestatten, oft mit Gold und Silber. Eine Auswahl der Funde stellt die Seite Thrakisches Gold und Gräber vor, den Fürstenhügel von Sweschtari und das Kuppelgrab von Kasanlak ordnet der Überblick zum UNESCO-Welterbe ein.
Starosel ergänzt diese Orte um ein Kapitel: Nicht ein einzelnes Grab steht im Mittelpunkt, sondern eine Landschaft mit mehreren Hügeln. Zum weiteren Kultzentrum gehören mehrere Dutzend Hügel. Ein anderes thrakisches Heiligtum, diesmal in den Fels geschlagen, ist Perperikon in den Rhodopen.
Wie läuft ein Besuch ab?
Der Besuch ist kostenpflichtig, das Gelände ist ganzjährig geöffnet, und Führer stehen zur Verfügung. Exakte Öffnungszeiten und Preise wechseln und werden vor Ort oder bei den Betreibern bekanntgegeben, nimm daher etwas Bargeld mit und frage nach. Plane für beide Hügel zusammen zwei bis drei Stunden, inklusive Fahrt zwischen den Anlagen.
Frühling und Herbst sind die angenehmsten Reisezeiten: Im Sommer wird es im Landesinneren heiß. Eine Übersicht gibt die Seite zur besten Reisezeit.
Trage feste Schuhe, denn der Weg zum Horizont-Hügel führt über unbefestigtes Gelände, und die Kammern sind kühl. Fotografiere nur, wo es erlaubt ist, und fasse die Steine nicht an, die Anlagen sind empfindlich.
Was bietet Hisarja in der Nähe?
Hisarja liegt rund 40 Kilometer nördlich von Plowdiw und ist seit Langem ein Kurort. In der Stadt gibt es 22 Mineralquellen. Berühmt ist auch das römische Erbe: Kaiser Diokletian erklärte das Gebiet um die Quellen 293 zur Stadt Diokletianopolis. Die erhaltene Befestigung ist rund 2,3 Kilometer lang, umschließt etwa 30 Hektar, hatte 44 Türme und vier Tore und ragt an vielen Stellen bis zu 11 Meter auf.
Wer in Starosel die Thraker gesehen hat, bekommt in Hisarja die römische Antwort. Beides lässt sich an einem Tag verbinden: morgens die Hügel, mittags ein Spaziergang an der Stadtmauer, nachmittags Pause an einer Quelle. Mehr zu Heilwasser und Kurorten findest du unter Thermalquellen und Wellness.
Für wen lohnt sich Starosel, und für wen eher nicht?
Starosel passt zu Reisenden, die Archäologie und Landschaft verbinden wollen und sich für Fragen der Deutung interessieren. Wer auf dem Weg von Sofia nach Plowdiw oder durch Mittelbulgarien ohnehin unterwegs ist, gewinnt mit dem Abstecher einen Programmpunkt, der in vielen Rundreisen fehlt.
Weniger geeignet ist der Ort für alle, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind und wenig Zeit haben, denn ohne Auto oder Tour wird die Anreise aufwendig. Auch wer prunkvolle Schätze erwartet, wird enttäuscht: Die großen Goldfunde der Thraker liegen in Museen, vor Ort siehst du Architektur und Gelände.
Wie baust du einen Tag rund um Starosel?
Ein Vorschlag ab Plowdiw: Fahre morgens nach Starosel, besuche zuerst den Horizont-Hügel und danach die Tschetinjowa Mogila, esse in der Umgebung und fahre nachmittags nach Hisarja. Abends bist du zurück in der Altstadt von Plowdiw, wo du die Römer und die Thraker in einer weiteren Variante erlebst.
Wer mehr Zeit hat, kombiniert die Region mit dem Tal der Rosen und dem Thrakergrab von Kasanlak. Die Strecke gehört zu den schönsten Rundfahrten in Mittelbulgarien und passt zu unseren Rundreisen und Reiserouten.
Wo liegt Starosel?
In der Provinz Plowdiw an den Südhängen der Sredna Gora, bei Hisarja. Die Tschetinjowa Mogila liegt etwa 4 Kilometer nordwestlich des Dorfes, der Hügel Horizont rund 1,5 Kilometer entfernt.
Was ist am Hügel Horizont besonders?
Er gilt als einziges thrakisches Grab mit Säulenfassade. Seine Kolonnade folgt der dorischen Ordnung und stammt vom Ende des 5. oder Anfang des 4. Jahrhunderts v. Chr.
Wer ist in Starosel bestattet?
Das ist nicht geklärt. Der Entdecker nannte den Odrysenkönig Sitalkes, doch diese Zuordnung und der Charakter als Kultstätte gelten als Annahme.
Ist Starosel das ganze Jahr zugänglich?
Ja, das Gelände ist ganzjährig geöffnet und kostenpflichtig, mit Führern vor Ort. Die genauen Zeiten und Preise erfährst du vor Ort.
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