Geschichte

Geschichte

Bulgariens Geschichte reicht über drei Jahrtausende: von den goldreichen Thrakern über das Erste Bulgarenreich von 681, die Wiege des kyrillischen Alphabets, und das glanzvolle Zweite Reich mit Weliko Tarnowo bis zu fast 500 Jahren osmanischer Herrschaft. Die nationale Wiedergeburt brachte 1878 die Freiheit, und heute ist Bulgarien EU-, Schengen- und Euro-Land.

Kaum ein Land Europas blickt auf eine so lange und wechselvolle Geschichte zurück wie Bulgarien. An der Nahtstelle zwischen Europa und Orient gelegen, war dieses Land seit jeher ein Schmelztiegel der Völker und Kulturen – Thraker, Griechen, Römer, Slawen, Protobulgaren, Byzantiner und Osmanen haben hier ihre Spuren hinterlassen. Von dieser bewegten Vergangenheit zeugen bis heute zahllose historische Funde: uralte Grabhügel, goldene Schätze, wehrhafte Festungen und stille Klöster, die jeden Urlaub in dem Balkanstaat bereichern.

Am Anfang standen die Thraker, ein indogermanisches Volk, das schon im 2. Jahrtausend vor Christus prächtige Goldschätze und kunstvolle Grabkammern schuf und den Mythos des Sängers Orpheus in die Welt trug. Nach der römischen und byzantinischen Zeit begann mit Khan Asparuch im Jahr 681 die eigentliche bulgarische Staatlichkeit. Das Erste Bulgarenreich nahm 864 das Christentum an und schenkte der slawischen Welt das kyrillische Alphabet – eine Schrift, die heute rund 250 Millionen Menschen nutzen. Unter Zar Simeon dem Großen erlebte es ein goldenes Zeitalter, ehe es 1018 an Byzanz fiel.

Mit dem Aufstand der Brüder Assen kehrte 1185 die Freiheit zurück: Das Zweite Bulgarenreich machte Weliko Tarnowo mit der Festung Zarewez zu einem der bedeutendsten Zentren Südosteuropas. Doch 1396 eroberten die Osmanen das Land, und es folgten fast fünf Jahrhunderte Fremdherrschaft. In dieser dunklen Zeit bewahrten vor allem die Klöster Sprache, Schrift und Glauben – und legten damit den Grundstein für die nationale Wiedergeburt, jene kulturelle Erneuerung, die schließlich im Aprilaufstand 1876 und im Russisch-Osmanischen Krieg 1877/78 mündete. Am 3. März 1878 erhielt Bulgarien seine Freiheit zurück.

Das 20. Jahrhundert brachte Balkankriege und zwei Weltkriege, die Ausrufung des Zarentums 1908 und nach 1946 eine kommunistische Volksrepublik, die das Land über vier Jahrzehnte prägte. Mit der Wende von 1989 fand Bulgarien den Weg zurück zu Demokratie und Marktwirtschaft. Heute ist das Land fest im vereinten Europa verankert – Mitglied von NATO und EU, seit 2025 Teil des Schengen-Raums und seit Anfang 2026 Euro-Land.

Die folgenden sechs Epochenseiten führen dich chronologisch durch diese faszinierende Geschichte – von den Thrakern bis in die Gegenwart. Jede Seite liefert übersichtliche Fakten, ausführliche Antworten auf die wichtigsten Fragen und Tipps, welche historischen Stätten du heute besuchen kannst.

Wer die Geschichte vor Ort erleben möchte, findet zahlreiche Anknüpfungspunkte in unseren Bereichen Kultur & Sehenswürdigkeiten – etwa beim thrakischen Gold, dem Rila-Kloster und den Städten & Regionen. Wie sich die bewegte Vergangenheit bis heute im Alltag spiegelt, zeigt der Bereich Land & Leute. Und wenn dich die Geschichte neugierig gemacht hat, hilft dir unsere Reiseplanung beim nächsten Schritt.