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Nationalpark Zentralbalkan – Botew und Buchenwälder

Nationalpark Zentralbalkan – Botew und Buchenwälder

Der Nationalpark Zentralbalkan wurde am 31. Oktober 1991 gegründet und umfasst auf rund 72.000 Hektar die höchsten Teile des Balkangebirges. Im Park liegt der Botew mit 2.376 Metern, der höchste Gipfel des Gebirges. Neun Naturreservate schützen urwaldartige Buchenwälder, die seit 2017 zum UNESCO-Welterbe gehören. Besucher bleiben auf markierten Wegen, übernachten in Hütten und achten auf Wetterwechsel.

Wer in Bulgarien an Gebirge denkt, nennt Rila und Pirin. Das Balkangebirge, das dem ganzen Gebirgszug zwischen Donau und Thrakischer Tiefebene den Namen gab, steht seltener auf dem Programm, dabei liegt hier eines der größten Schutzgebiete des Landes mit dem höchsten Gipfel des Gebirges, alten Buchenwäldern und einem Wasserfall, der aus Schneeresten gespeist wird.

Diese Seite erklärt, was der Nationalpark ist, wie er aufgebaut ist, was Welterbe, Biosphärenpark und Reservate bedeuten, wie du zum Botew gelangst und welche Regeln im Park gelten. Wer im Gebiet unterwegs ist, kommt an Orten vorbei, die sonst für sich stehen: Kloster Trojan, Schipka-Pass und Busludscha liegen am Rand.

Gegründet31. Oktober 1991 durch Anordnung des Umweltministers
Flächerund 72.000 ha
Lagehöchste Teile des zentralen Balkangebirges: Slatischko-Tetewenska, Trojanska und Kaloferska Planina
Höchster PunktBotew, 2.376 m (bis 1950 Jumruktschal)
Reservateneun, darunter Boatin, Zaritschina, Dschendema, Steneto, Kosja Stena
AuszeichnungenUNESCO-Welterbe (Buchenwälder, 2017), Europadiplom (2009), Biosphärenpark
WasserfallRajskoto Praskalo, rund 124 m

Was ist der Nationalpark Zentralbalkan?

Der Park wurde am 31. Oktober 1991 durch Anordnung des Umweltministers gegründet, um die Ökosysteme der Hochlagen des Balkangebirges zu erhalten, dazu die Artenvielfalt, Lebensräume seltener Lebensgemeinschaften und die Landschaft. Er umfasst knapp über 72.000 Hektar und gehört damit zu den größten Schutzgebieten des Landes.

Räumlich liegt er in den höchsten Teilen des zentralen Balkangebirges und umfasst drei Gebirgsketten: die Slatischko-Tetewenska Planina, die Trojanska Planina und die Kaloferska Planina. Sie sind im Süden von der Thrakischen Tiefebene mit Städten wie Kasanlak getrennt, im Norden senken sie sich zum Donauvorland mit Lowetsch und Gabrowo. Entscheidend ist, dass sich Besucher hier nicht auf einer Insel bewegen: Rund um den Park liegen Dörfer, Weiden und Klöster, und die Zufahrten führen durch lebendige Landschaft.

Zum Gebiet gehören der Nationalpark selbst und die Reservate als strengste Zone. Der Park ist außerdem nach den europäischen Naturschutzrichtlinien ausgewiesen, sowohl für Vögel als auch für Lebensräume, und trägt seit 2009 das Europadiplom für Schutzgebiete des Europarats.

Wie hoch ist der Botew und wie kommst du hinauf?

Der Botew ist mit 2.376 Metern der höchste Gipfel des Balkangebirges und liegt innerhalb des Nationalparks. Bis 1950 hieß er Jumruktschal; seitdem trägt er den Namen des Dichters und Freiheitskämpfers Christo Botew.

Die Wege auf den Gipfel sind anspruchsvoll. Wer aufsteigt, plant früh am Morgen, nimmt wetterfeste Kleidung mit und kehrt rechtzeitig um, wenn das Wetter umschlägt. Im Balkangebirge wechselt das Wetter schnell. Als Ausgangspunkt für die Tour dient die Raj-Hütte, die auch für den Wasserfall der nächste Stützpunkt ist; die Seite Wandern und Trekking stellt weitere Touren des Landes vor.

Die Hütten sind die Unterkünfte im Gebirge. Wer eine Mehrtagestour plant, reserviert vorab und trägt sich bei der Hütte ein.

Was ist das Rajskoto Praskalo?

Das Rajskoto Praskalo ist mit rund 124 Metern der bekannteste Wasserfall des Parks und gehört zu den höchsten der Balkanhalbinsel. Sein Wasser stammt aus Schneeresten am Botew. Er liegt in der Nähe der Raj-Hütte und ist nur zu Fuß erreichbar.

Wie viel Wasser fällt, hängt von der Jahreszeit ab. Im Frühsommer, wenn die Schneeschmelze anhält, ist der Wasserfall am eindrucksvollsten, in einer trockenen Phase kann er fast versiegen. Plane den Besuch daher für den Frühsommer oder nach Regentagen, und bedenke, dass der Weg lang ist: Der Wasserfall ist ein Ziel für Wanderer mit Kondition, nicht für einen kurzen Spaziergang.

Welche Reservate gibt es und was bedeuten sie?

Im Park liegen neun Reservate: Boatin, Zaritschina, Dschendema, Steneto, Peeschti Skali, Sokolna, Stara Reka, Sewerni Dschendem und Kosja Stena. Sie genießen den höchsten Schutz nach bulgarischem Recht. Das bedeutet für dich: Betritt sie nur auf markierten Wegen oder gar nicht. Der Park kontrolliert das aktiv; Parkwächter prüften etwa im Reservat Steneto einen Hinweis auf Besucher abseits der Wege.

Das Reservat Sewerni Dschendem wurde am 30. September 1983 erklärt und zählt zu den wertvollsten Wildnisgebieten des Parks. In allen Reservaten wachsen Wälder, die der Mensch kaum verändert hat. Alte Buchenwälder prägen die Reservate.

Wegen dieser Wälder zählen die neun Reservate seit 2017 zum Welterbe: Als Teil der Reihe Alte und Ur-Buchenwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas wurden die Buchenwälder der Reservate in die UNESCO-Liste aufgenommen. Die Reihe verbindet Wälder in vielen europäischen Ländern. Eine Übersicht aller Welterbestätten Bulgariens bietet die Seite UNESCO-Welterbe in Bulgarien.

Was macht die Buchenwälder zum Welterbe?

Die Reihe Alte und Ur-Buchenwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas ist eine Erweiterung der Welterbestätte Urwälder der Karpaten, die seit 2007 besteht und ursprünglich die Slowakei und die Ukraine umfasste. Bulgarien kam 2017 mit den Reservaten des Zentralbalkans hinzu. Die Idee dahinter: Die Rotbuche hat sich nach der letzten Eiszeit von wenigen Rückzugsgebieten über Europa ausgebreitet, und nur dort, wo der Wald nie bewirtschaftet wurde, lässt sich diese Entwicklung noch beobachten.

Urwaldartige Buchenwälder unterscheiden sich von Wirtschaftswäldern dadurch, dass Bäume in allen Altersstufen nebeneinander stehen, abgestorbenes Holz liegen bleibt und Lücken im Kronendach von selbst nachwachsen. Für Spaziergänger bedeutet das: Das Bild ist unordentlicher und lebendiger als im Forst. Liegende Stämme, Pilze und Moos gehören dazu und sind Teil des Schutzes.

Gerade deshalb gelten in den Reservaten strenge Regeln: Durch einzelne Reservate führen markierte Wanderwege, abseits davon ist das Betreten verboten. Das schützt die Wälder und lässt dir dennoch den Blick auf Bestände, die sich ohne den Menschen entwickelt haben.

Was bedeutet Biosphärenpark Zentralbalkan?

Der Nationalpark ist Teil des Biosphärenparks Zentralbalkan. Nationalpark und Reservate bilden dessen Kern- und Pufferzonen, die Übergangszone umfasst die Orte Karlowo, Trojan, Sewliewo, Pawel Banja und Anton. Das Ziel eines Biosphärenparks ist es, Schutz und Leben der Menschen vor Ort zu verbinden: Wirtschaft, Landwirtschaft und Naturschutz sollen zusammenarbeiten.

Für Besucher ist das spürbar. Die Parkdirektion arbeitet mit Partnerbetrieben der Region zusammen, die Produkte und Angebote aus der Gegend anbieten, und veranstaltet Feste in Gemeinden wie Karlowo und Pawel Banja. Wer in Dörfern am Parkrand einkehrt, unterstützt diese Wirtschaft.

Am Parkrand liegt das Kloster Trojan, das sich gut mit einem Tag im Gebirge verbinden lässt.

Welche Tiere leben im Park?

Im Park leben Tiere vom Insekt bis zum Säugetier. Zu den auffälligen Arten gehört der Rothirsch: Von Ende August bis Mitte Oktober ist Brunftzeit, in der die Hirsche laut rufen. Wer in dieser Zeit in der Nähe der Wälder übernachtet, hört den Ruf bis ins Tal.

Beobachte Tiere aus Distanz, bleibe auf den Wegen und nimm Abfälle wieder mit. Zu den Bewohnern des Parks zählen Geier. Zuletzt wurden mehrere Tiere vergiftet aufgefunden; das Umweltministerium und die Parkdirektion luden deshalb die Nutzer der Weiden zu einem Treffen. Das Thema zeigt, wie eng Naturschutz und Weidewirtschaft hier verbunden sind.

Welche Regeln gelten im Park?

Im Nationalpark gilt ein Feuerverbot. Fahrzeuge mit Motor dürfen nur dort fahren, wo es erlaubt ist; auf Teilen des Weges vom Trojaner Pass zur Hütte Dermenka ist die Zufahrt für Fahrzeuge gesperrt, und die Parkwächter kontrollieren Verstöße. Das Sammeln von Pilzen und wild wachsenden Früchten, etwa Blaubeeren, bedarf einer Erlaubnis; ohne sie ist es verboten.

Vor einer Tour lohnt ein Blick auf die Seite der Parkdirektion, denn sie meldet zeitweilige Sperrungen, etwa nach Waldbränden oder bei Bauarbeiten. Die Direktion hat ein Büro in Ribariza. Wer die Regeln beachtet, trägt dazu bei, dass der Park so bleibt, wie er ist.

Welche Orte liegen am Rand des Parks?

Östlich des Parks führt die Straße über den Schipka-Pass, in der Nähe liegt das Denkmal von Busludscha. Beide Orte liegen ebenfalls im Balkangebirge und lassen sich zu einer Rundtour verbinden. Im Norden bieten sich Trjawna und Drjanowo an, wo Kloster und Höhle zu einem ruhigeren Ausflug einladen.

Für lange Strecken gibt es den Fernwanderweg Kom–Emine, der das Balkangebirge vom Berg Kom an der serbischen Grenze bis zum Kap Emine am Schwarzen Meer durchquert und im Abschnitt des Nationalparks seine höchsten Punkte erreicht. Wer nur einzelne Etappen wandert, erlebt in wenigen Tagen den Charakter des Gebirges.

Wann wurde der Nationalpark Zentralbalkan gegründet?

Am 31. Oktober 1991 durch Anordnung des Umweltministers. Er umfasst rund 72.000 Hektar.

Wie hoch ist der Botew?

2.376 Meter. Er ist der höchste Gipfel des Balkangebirges und liegt im Nationalpark. Bis 1950 hieß er Jumruktschal.

Wie viele Reservate gibt es im Nationalpark Zentralbalkan?

Neun: Boatin, Zaritschina, Dschendema, Steneto, Peeschti Skali, Sokolna, Stara Reka, Sewerni Dschendem und Kosja Stena.

Gehört der Nationalpark zum UNESCO-Welterbe?

Ja. Die Buchenwälder der neun Reservate gehören seit 2017 zum Welterbe Alte und Ur-Buchenwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas.

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