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Naturpark Russenski Lom – Schluchten, Felsenkirchen und Wanderwege

Naturpark Russenski Lom – Schluchten, Felsenkirchen und Wanderwege

Der Naturpark Russenski Lom liegt rund 20 Kilometer südlich von Russe und umfasst 3.408 Hektar Schluchten, Felswände und Auwälder. Er steht seit 1970 unter Schutz und beherbergt 902 Pflanzenarten und 190 Vogelarten, von denen 110 hier brüten. Fünf markierte Routen führen zu den Felsenkirchen von Iwanowo, zur Festungsstadt Tscherwen und durch Wald zum Zusammenfluss der beiden Lom.

Südlich von Russe, wo die Donauebene in eine zerfurchte Hochfläche übergeht, schneiden sich die Flüsse Beli Lom und Tscherni Lom tief in den Kalkstein. Aus ihrem Zusammenfluss entsteht der Russenski Lom, der letzte rechte Nebenfluss der Donau. Die Täler sind eng und gewunden, die Wände steil, und auf den Hängen wachsen Wälder.

Diese Seite stellt den Park vor: wie groß er ist, welche Tiere und Pflanzen du erwarten kannst, welche Routen es gibt, welche Kulturdenkmäler im Park liegen und was du für einen Besuch wissen musst.

Fläche3.408 Hektar
Schutzseit 1970 Schutzgebiet
Lagerund 20 km südlich von Russe, an Beli Lom, Tscherni Lom und Russenski Lom
Pflanzen902 Arten
Vögel190 Arten, 110 davon brüten im Park
Routenfünf markierte Routen, 6 bis 12 km
KulturdenkmälerFelsenkirchen von Iwanowo (UNESCO), Festung Tscherwen, Felsenkloster Basarbowo

Wo liegt der Naturpark Russenski Lom?

Der Park liegt im Nordosten Bulgariens, etwa 20 Kilometer südlich der Donaustadt Russe. Benannt ist er nach dem Fluss Russenski Lom, der dort entsteht, wo sich Beli Lom und Tscherni Lom vereinen. Nach kurzem Lauf mündet der Fluss in die Donau; er ist ihr letzter rechter Nebenfluss.

Wer aus der Donauebene kommt, merkt den Wechsel schnell: Die Landschaft wird hügelig, die Straße schlängelt sich durch Dörfer wie Basarbowo, und an den Talrändern stehen Felswände. Die Straße von Russe nach Iwanowo führt durch Basarbowo und erreicht den nördlichsten Punkt des Parks.

Verwaltet wird das Schutzgebiet von der Parkdirektion in Russe, Skobelev-Boulevard 7. Das Besucherzentrum liegt in der Alexandrowska-Straße 61, ebenfalls in Russe. Die Mitarbeiter der Direktion sprechen Englisch, Deutsch und Russisch, ein Vorteil für Gäste, die kein Bulgarisch sprechen. Wer geführte Touren plant, meldet sie im Voraus an.

Welche Tiere leben im Naturpark?

Im Park leben 66 Säugetierarten, 22 Fischarten, 19 Reptilienarten und 10 Amphibienarten, von denen fünf geschützt sind. Dazu kommen Flusskrebse, Schnecken und Flussmuscheln, die in den sauberen Bächen leben.

Besonders reich ist die Vogelwelt: 190 Arten wurden gezählt, 110 davon brüten im Park. Die steilen Felswände sind Brutplätze für Felsbrüter, darunter Steinadler, Schmutzgeier, Rostgans, Wanderfalke und Adlerbussard.

Fledermäuse gehören ebenfalls zum Park. Auf dem Ulmen-Ökopfad, der am östlichen Ortsrand von Nisowo beginnt, kannst du sie von April bis Oktober in der Dämmerung beobachten.

Steile Kalksteinwände über dem Tal des Russenski Lom mit Wald und Fluss im Morgenlicht

Welche Pflanzen und Wälder prägen den Park?

Der Park zählt 902 Pflanzenarten, eine große Zahl für ein Schutzgebiet dieser Größe. Dazu kommen Felswände, Bäche und Wiesen auf engem Raum.

Ein Beispiel bietet der Dendropfad, der in Nisowo beginnt und mehr als 20 Baum- und Straucharten zeigt. Entlang des Ulmen-Ökopfads erreichst du eine jahrhundertealte Weiß-Ulme. Beide Pfade sind mit sechs Kilometern kurz und beginnen in Nisowo.

Das Jagen ist verboten, Feuer darf nur an den dafür vorgesehenen Stellen entzündet werden.

Welche markierten Routen gibt es?

Fünf Hauptrouten sind ausgeschildert; sie sind gut markiert und brauchen keine besondere Ausbildung. Je nach Route sind sie sechs bis zwölf Kilometer lang.

  • Gramowez (rund 12 km): Die Route beginnt bei den Felsenkirchen von Iwanowo, führt durch dichten Wald zum Zusammenfluss von Beli Lom und Tscherni Lom, wo der Russenski Lom entsteht, und passiert eine Hütte mit Kamin.
  • Dendropfad (6 km): Der Weg beginnt in Nisowo und zeigt mehr als 20 Baum- und Straucharten. Du kannst ihn um 4 Kilometer bis zum Kloster Goljam Nisowski verlängern.
  • Ulmen-Ökopfad (6 km): Er beginnt am östlichen Ortsrand von Nisowo, führt an einem christlichen Friedhof des 17. Jahrhunderts vorbei und endet an einer jahrhundertealten Weiß-Ulme. Von April bis Oktober kannst du in der Dämmerung Fledermäuse beobachten.
  • Historischer Weg Iwanowo (9 km): Er beginnt am Bahnhof des Dorfes Iwanowo und endet am Parkplatz der Felsenkirchen, wo ein Führer des Regionalen Geschichtsmuseums Russe bereitsteht.
  • Festung Tscherwen: Der Weg beginnt im Dorf Tscherwen und führt zu den Grundmauern von 13 Kirchen, einem Bojarenpalast und einem der beiden erhaltenen mittelalterlichen Kampftürme Bulgariens. Ein Museumsführer ist vor Ort.

Die Routen lassen sich gut kombinieren. Wer zwei Tage hat, widmet den ersten den Felsenkirchen und dem Gramowez-Weg und den zweiten der Festung Tscherwen und dem Felsenkloster Basarbowo. Mehr Wanderideen für das ganze Land bietet die Seite Wandern und Trekking.

Was sind die Felsenkirchen von Iwanowo?

Die Felsenkirchen von Iwanowo liegen im Park und sind ein UNESCO-geschütztes Denkmal. Die Kirchen sind in den Fels gehauen und bewahren Wandmalereien. Den Zugang zum Gelände markiert ein Parkplatz, an dem du einen Führer des Regionalen Geschichtsmuseums Russe antriffst. Einen ausführlichen Besuchsplan, die Fresken und die Anreise findest du auf der Seite Iwanowo und Swestari.

In der Umgebung entstanden im Mittelalter mehrere Felsklöster, als das Zweite Bulgarenreich blühte und die nahe Stadt Tscherwen Bischofssitz war. Mehr zu den Stätten des Landes liefert die Seite UNESCO-Welterbe in Bulgarien.

Warum entstanden im Tal Felskirchen und Felsklöster?

Die Blütezeit der Felsenkirchen von Iwanowo im Mittelalter hing mit dem Hesychasmus zusammen, einer Bewegung, die in Byzanz entstand und sich auf dem Balkan ausbreitete. Hesychasten suchten die Stille und das innere Gebet; sie lebten abgeschieden und fanden im weichen Kalkstein der Schluchten Orte, an denen sich Zellen und Kapellen in den Fels schlagen ließen.

Das Tal bot dafür gute Voraussetzungen: Die Wände sind steil und abgelegen, und die Stadt Tscherwen mit ihrem Bischofssitz lag in der Nähe. Weltliche und geistliche Macht lagen also dicht beieinander. Wer heute im Park wandert, bewegt sich durch eine Landschaft, in der Wald, Fels und mittelalterliche Frömmigkeit untrennbar zusammengehören.

Warum lohnt die Festungsstadt Tscherwen den Abstecher?

Tscherwen liegt etwa 30 Kilometer südlich von Russe auf einem Felsplateau über dem Tscherni Lom. Die Stadt geht auf eine byzantinische Festung des 6. Jahrhunderts zurück und war im Zweiten Bulgarenreich ein bedeutendes Zentrum, ab 1235 mit einem Bischofssitz. 1388 eroberten die Osmanen die Stadt. Erhalten sind Mauern, 13 Kirchen, ein Palast und ein dreistöckiger Wehrturm. Alle Einzelheiten zu Rundgang und Geschichte stehen auf der Seite Tscherwen.

Hölzerner Wanderweg mit Geländer durch einen schattigen Laubwald an einem Bach im Naturpark

Was bietet das Felsenkloster Basarbowo?

Das Felsenkloster Sankt Dimitrius Basarbowski liegt etwa zehn Kilometer von Russe entfernt im Tal des Russenski Lom und ist das einzige aktive Felsenkloster Bulgariens. Der Besuch ist kostenlos. Über 48 Stufen erreichst du eine Felsplattform mit einer Nische, in der der Heilige der Legende nach schlief, daneben die Felsenkirche mit einer Holzikonostase von 1941. Im Kloster werden Informationsmaterial und Ikonen verkauft. Das Patronatsfest wird am 26. Oktober gefeiert.

Von welchem Ort aus startest du am besten?

Der Park hat keinen zentralen Eingang, sondern mehrere Ausgangsorte, und die Wahl bestimmt, was du siehst. Russe ist der Versorgungsort: Dort sitzen die Parkdirektion und das Besucherzentrum, und dort findest du Unterkünfte und Mietwagenverleiher. Iwanowo ist der Ausgangspunkt für die Felsenkirchen. Der historische Weg beginnt am Bahnhof des Dorfes, und eine Touristeninformation hilft vor Ort.

Nisowo ist der Ort für die beiden kurzen Lehrpfade, den Dendropfad und den Ulmen-Ökopfad. Von dort verlängert sich der Dendropfad um vier Kilometer bis zum Kloster Goljam Nisowski. Tscherwen hat seinen eigenen Weg ab dem gleichnamigen Dorf, und zum Felsenkloster Basarbowo gelangst du auf der ausgeschilderten Straße von Russe nach Bjala. Wer nur einen Tag hat, wählt Iwanowo mit dem Gramowez-Weg oder Tscherwen und ergänzt Basarbowo auf dem Rückweg.

Wie planst du den Besuch im Naturpark?

Die Routen sind einfach genug für Wanderer mit durchschnittlicher Kondition, doch feste Schuhe und Wasser sind Pflicht. Eine Besichtigung der Stätten braucht Zeit; für Iwanowo, Basarbowo und Tscherwen zusammen solltest du zwei Tage einplanen. Ein Mietwagen erleichtert die Anreise, weil die Orte im Tal verteilt liegen; Hinweise liefert die Seite Mietwagen in Bulgarien.

Im Park gelten klare Regeln: Jagen ist verboten, Feuer ist nur an gekennzeichneten Plätzen erlaubt, und geführte Touren sind vorab anzumelden. Zwei Touristeninformationen unterstützen dich, eine in Russe und eine im Dorf Iwanowo. Im Park findest du auf den Hauptrouten Hinweisschilder.

Wer das Tal mit dem Donauufer verbindet, kann Swischtow oder das Naturschutzgebiet Srebarna ansteuern. Beide liegen an der Donau.

Wie groß ist der Naturpark Russenski Lom?

3.408 Hektar. Er steht seit 1970 unter Schutz und liegt rund 20 Kilometer südlich von Russe.

Welche Sehenswürdigkeiten liegen im Naturpark?

Die UNESCO-geschützten Felsenkirchen von Iwanowo, die mittelalterliche Festungsstadt Tscherwen mit 13 Kirchen und das Felsenkloster Basarbowo in der Nähe.

Welche Routen gibt es im Park?

Fünf markierte Hauptrouten von sechs bis zwölf Kilometern: Gramowez, Dendropfad, Ulmen-Ökopfad, der historische Weg Iwanowo und die Route zur Festung Tscherwen.

Welche Tiere kann ich im Park beobachten?

190 Vogelarten, darunter Steinadler, Schmutzgeier und Wanderfalke, sowie 66 Säugetierarten. Fledermäuse siehst du von April bis Oktober in der Dämmerung am Ulmen-Ökopfad.

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