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Pobiti Kamani – der Steinwald bei Warna

Pobiti Kamani – der Steinwald bei Warna

Pobiti Kamani, der Steinwald, liegt etwa 18 Kilometer westlich von Warna an der Straße nach Sofia. Hunderte hohle Kalksteinsäulen von bis zu sieben Metern Höhe ragen aus dem Wüstenboden, ein geschütztes Naturdenkmal. Forscher führen sie auf Gasaustritte im Urmeer zurück. Der Besuch dauert eine bis zwei Stunden und passt gut zu einem Strandurlaub.

Wer von Warna aus auf der Autobahn in Richtung Westen fährt, sieht rechts der Strecke plötzlich eine karge, fast außerirdische Landschaft: Statt Äckern und Wiesen stehen hier Hunderte steinerne Säulen im sandigen Boden, manche schlank wie Baumstämme, manche breit wie Fässer. Die Einheimischen nennen den Ort Pobiti Kamani, was etwa „eingeschlagene Steine“ bedeutet, und in der Vorstellung der Menschen ist daraus ein Wald aus Stein geworden.

Das Gelände zählt zu den geheimnisvollsten Landschaften Bulgariens, obwohl es keinen Höhenmeter überwindet. Es ist ein Naturdenkmal, in dem Wissenschaft, Legenden und Fotografie aufeinandertreffen. Der Ratgeber erklärt, wie die Säulen entstanden sein dürften, was du vor Ort siehst, wie der Besuch abläuft, was es im Umfeld gibt und wie du von der Küste aus dorthin kommst.

RegionNordostbulgarien, Bezirk Warna, nahe Dewnja und Beloslaw
EntfernungEtwa 18 Kilometer westlich von Warna
GesteinHohle Säulen aus Kalkstein und Sandstein, bis rund sieben Meter hoch
AlterAus dem Eozän, vor Millionen von Jahren, im Urmeer entstanden
SchutzstatusNaturdenkmal, geschützt seit dem 20. Jahrhundert
DauerEine bis zwei Stunden Rundgang
Beste ZeitFrühling und Herbst; Morgen- und Abendlicht

Was ist Pobiti Kamani?

Pobiti Kamani ist eine Wüstenlandschaft im kleinen Format: ein Streifen sandigen Bodens, auf dem steinerne Säulen in Gruppen stehen. Die Fläche erstreckt sich über mehrere Quadratkilometer, die Säulen sind in verschiedenen Gruppen verteilt, einige liegen am Wegrand, andere weiter im Gelände. Die meisten sind hohl, ihre Höhe reicht von wenigen Dezimetern bis zu rund sieben Metern, ihr Durchmesser von wenigen Zentimetern bis zu mehreren Metern.

Das Gebiet ist geschützt, und Besucher dürfen nur auf den ausgewiesenen Wegen laufen. Das hat einen guten Grund: Das Gestein ist brüchig, Pflanzen wachsen spärlich, und jeder Tritt kann Spuren hinterlassen. Für Schulklassen und Familien ist der Ort deshalb ein beliebtes Ausflugsziel, das Geologie anschaulich macht. Mit der Zeit hat die Gegend einen Platz im kollektiven Gedächtnis gefunden, es gibt Sagen und Geschichten, die sich um die steinernen Figuren ranken. Wer sie hört, versteht, warum der Ort auf Reisende so stark wirkt.

Zwischen den Säulen wachsen Steppengräser, niedrige Sträucher und im Frühjahr einige Blumen, die der trockenen Umgebung angepasst sind. Eidechsen huschen über den Sand, Lerchen und andere Bodenbrüter nutzen die Ruhe. Im Hintergrund hörst du je nach Windrichtung den Verkehr der Hauptstraße, was den Eindruck von Weite etwas relativiert, ihn aber nicht zerstört.

Wie sind die Säulen entstanden?

Die Wissenschaft geht davon aus, dass die Säulen vor rund 50 Millionen Jahren im Meer entstanden. Der Boden war damals von einem flachen Ozean bedeckt, in dem sich Sand und Kalk ablagerten. Über Spalten im Untergrund stiegen Gase wie Methan auf, die dort Hohlräume und Kanäle schufen, und rund um diese Aufstiegswege verfestigte sich der Sand durch Kalkausscheidungen zu steinernen Röhren. Als das Meer sich zurückzog, blieben die harten Röhren stehen, während das weichere Umgebungsmaterial abgetragen wurde.

Diese Erklärung gilt als die wahrscheinlichste, doch Details werden bis heute diskutiert. Daneben kursieren populäre Deutungen von Überresten eines versteinerten Waldes bis zu außerirdischen Einflüssen. Bei Lichte betrachtet sind die Säulen ein Zeugnis der Erdgeschichte. Verlässliche Informationen findest du auf Infotafeln am Eingang und bei Führern vor Ort.

Hohle Kalksteinsäulen von Pobiti Kamani im sandigen Gelände bei Warna
Die hohlen Steinsäulen von Pobiti Kamani ragen wie ein versteinerter Wald aus dem Wüstenboden.

Wie läuft der Besuch ab?

Am Eingang gibt es einen Parkplatz, ein kleines Besucherzentrum, oft einen Kiosk und eine Kasse. Der Eintritt ist moderat, Zeiten und Preise können sich ändern. Von dort führt ein Rundweg zu den Säulengruppen, mit Hinweisschildern und Informationen. Der Boden ist sandig und eben, Kinderwagen lassen sich teilweise schieben, jedoch nicht überall.

Plane etwa eine Stunde ein, bei Interesse an Fotografie auch zwei. Es gibt kaum Schatten, deshalb ist Sonnenschutz wichtig, vor allem im Hochsommer. Nimm Wasser mit, denn Verpflegung am Gelände ist einfach. Betritt die Säulen nicht, klettere nicht darauf und nimm keine Steine als Souvenir mit; das ist verboten und schadet dem Denkmal. Hunde sind meist angeleint erlaubt, frage vorab nach.

Welche Legenden gibt es?

Um die steinernen Säulen ranken sich Erzählungen, die über Generationen weitergegeben wurden. Eine besagt, dass Menschen hier zu Stein erstarrt seien, die sich gegen Götter versündigt hätten. Eine andere deutet die Säulen als Reste eines gewaltigen Gebäudes oder als Überbleibsel einer Schlacht. Einheimische erzählen außerdem, dass die Steine heilende Kräfte hätten oder bestimmte Orte Energie spendeten.

Solche Geschichten sind Teil der Folklore und nicht wissenschaftlich belegt, sie machen aber den Reiz des Ortes aus. Manche Besucher legen Hände auf einzelne Säulen, um Energie zu spüren; das bleibt dem persönlichen Glauben überlassen. Entscheidend ist: Respekt gegenüber dem Gelände und den Menschen, für die es eine Bedeutung hat.

Wann fotografierst du Pobiti Kamani am besten?

Der beste Zeitpunkt ist früh am Morgen oder am späten Nachmittag, wenn die Sonne tief steht und die Säulen lange Schatten werfen. Dann treten Struktur und Farben hervor, vom hellen Sand bis zum warmen Gelb der Steine. Mittags wirkt das Gelände flach und das Licht hart. An bewölkten Tagen entsteht eine fast surreale Stimmung.

Mit Weitwinkel erfasst du die Gruppen, mit Tele einzelne Säulen und ihre Oberflächen. Ein Polfilter betont den Himmel. Achte darauf, dich nur auf den Wegen zu bewegen, und nutze Drohnen nur, wenn die Regeln es erlauben. Auch bei Regen kann es lohnen, weil der Sand dann dunkler wird und die Konturen deutlicher. Wer mit Menschen im Bild arbeitet, bittet sie, in angemessener Entfernung zu stehen, damit die Größenverhältnisse sichtbar werden: Neben einer fünf Meter hohen Säule wirkt ein Mensch winzig. Das macht die Dimension der Formationen für Betrachter später sofort verständlich.

Was gibt es in der Umgebung zu sehen?

Nahe dem Steinwald liegt Dewnja, bekannt für Mineralquellen und für ein Museum mit römischen Mosaiken aus der Zeit der Stadt Marcianopolis. Weiter östlich beginnt die Küste von Warna, der Seehauptstadt Bulgariens mit Meeresgarten, Museen und Strandpromenade. Der Steinwald lässt sich deshalb leicht als Halbtagesausflug einplanen.

Vom Steinwald aus erreichst du in einer knappen halben Stunde die Strände von Goldstrand und weitere Küstenorte. Wer die Region ausführlicher erkunden möchte, findet zahlreiche Ausflugsziele in Nordostbulgarien, vom Kloster Aladscha bis zu Weinbergen. Im Herbst lohnt sich ein Besuch von Weingütern im Hinterland, wo Weißweine aus Rebsorten wie Dimiat und Chardonnay entstehen.

Wie kommt man nach Pobiti Kamani?

Mit dem Auto fährst du von Warna etwa 20 Minuten über die Hauptstraße Richtung Sofia. Das Gelände ist ausgeschildert. Wer keinen Mietwagen hat, nimmt ein Taxi oder einen Bus Richtung Dewnja und geht den restlichen Weg zu Fuß, was bei Hitze mühsam sein kann. Organisierte Touren verbinden den Steinwald mit anderen Zielen und sind in Warna und den Badeorten buchbar.

Rechne die Anfahrt in deine Tagesplanung ein, besonders im Sommer, wenn auf den Hauptstraßen mehr Verkehr herrscht. Hinweise zu Verkehrsregeln und Maut stehen im Ratgeber Mietwagen und Autofahren. Praktisch ist es, den Steinwald am frühen Vormittag zu besuchen und danach an den Strand zu fahren.

Wann lohnt sich der Besuch?

Das Gelände ist ganzjährig zugänglich, wobei Frühling und Herbst am angenehmsten sind. Im Sommer wird es heiß, der Boden strahlt Hitze ab, und Schatten fehlt. Im Winter ist es kühl, aber die klare Luft sorgt für gute Fernsicht, und es gibt wenige Besucher. Informationen zu Wetter und Temperaturen findest du auf der Seite Beste Reisezeit.

Für Familien eignet sich der Besuch als kurzer Ausflug, der Kindern Spaß macht, weil sie zwischen den Säulen Figuren erkennen. Wer sich für Geologie interessiert, bringt am besten ein Fernglas und Notizen mit. Wer mehrere Stationen verbinden möchte, startet früh in Warna, besucht den Steinwald und fährt über die Küstenstraße in Richtung Norden, wo das Meer wieder in Sicht kommt. Bleib flexibel: Das kleine Besucherzentrum kann zu Zeiten geschlossen sein, die Wege jedoch bleiben meist begehbar.

Wie hoch sind die Säulen?

Die höchsten Säulen erreichen etwa sieben Meter, viele sind deutlich niedriger. Ihr Durchmesser reicht von wenigen Zentimetern bis zu mehreren Metern.

Darf man auf die Säulen klettern?

Nein. Die Säulen sind brüchig und stehen unter Schutz. Bleibe auf den Wegen und nimm keine Steine mit, das ist verboten.

Wie weit ist Pobiti Kamani von Warna entfernt?

Etwa 18 Kilometer. Die Fahrt mit dem Auto dauert rund 20 Minuten, mit Taxi oder Bus etwas länger.

Wie lange sollte man einplanen?

Ein bis zwei Stunden reichen für den Rundgang. Mit Dewnja und der Rückfahrt zur Küste wird daraus ein halber Tag.

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