Bulgarien besitzt Tausende Höhlen, doch nur wenige sind für Besucher erschlossen. Die Highlights sind die Dewetaschka-Höhle bei Lowetsch, die Magura-Höhle bei Belogradtschik, die Prohodna-Höhle mit ihren zwei Deckenöffnungen, der Teufelsrachen bei Trigrad sowie die Ledenika-Höhle und die Saeva dupka im Westen.
Wer an Bulgarien denkt, sieht Strand, Berge und Klöster. Unter der Oberfläche liegt eine vierte Seite des Landes: Kalkgebirge im Balkan, in den Rhodopen und im Nordwesten sind von Höhlen durchzogen, in denen Steinzeitmenschen lebten, Fledermäuse überwintern und Wasser Tropfsteinwälder schuf. Einige dieser Höhlen sind begehbar und mit wenig Aufwand zu erreichen.
Diese Seite ist der Überblick: Wir zeigen dir die sieben wichtigsten Höhlen, sagen dir, wofür sie berühmt sind, wie du am besten planst und welche Ziele du zu einer Tour verbinden kannst. Für die Einzelheiten verlinken wir auf unsere Ratgeber zu den Orten, an denen die Höhlen liegen.
| Bekannteste Höhlen | Dewetaschka, Magura, Prohodna, Teufelsrachen, Jagodina, Ledenika, Saeva dupka |
|---|---|
| Dewetaschka | rund 2,4 km lang, Halle mit gewaltiger Deckenöffnung, bei Lowetsch |
| Magura | prähistorische Wandmalereien, bei Rabisha nahe Belogradtschik |
| Prohodna | „Augen Gottes“, zwei Deckenöffnungen, im Iskar-Gebiet bei Karlukowo |
| Rhodopen | Teufelsrachen bei Trigrad, Jagodina-Höhle |
| Beste Zeit | ganzjährig, im Sommer als kühle Abwechslung |
| Mitbringen | feste Schuhe, warme Jacke, Taschenlampe als Reserve |
Fragen, die wir beantworten
- Warum gibt es in Bulgarien so viele Höhlen?
- Was macht die Dewetaschka-Höhle bei Lowetsch besonders?
- Was zeigt die Magura-Höhle?
- Warum heißt die Prohodna-Höhle „Augen Gottes“?
- Welche Höhlen gibt es in den Rhodopen?
- Was erwartet mich in der Ledenika-Höhle und der Saeva dupka?
- Gibt es Höhlenklöster in Bulgarien?
- Wie plane ich einen Höhlenbesuch?
- Welche Höhlentouren lassen sich kombinieren?
- Wie entstehen Tropfsteine, und was sehe ich in den Hallen?
- Sind Höhlen ein Ziel für Regentage?
- Worauf muss ich achten, damit der Besuch sicher bleibt?
Warum gibt es in Bulgarien so viele Höhlen?
Große Teile Bulgariens bestehen aus Kalkstein. Regenwasser, das leicht sauer ist, löst den Stein auf und bildet über Jahrtausende Spalten, Gänge und Hallen. Solche Karstgebiete liegen im Balkangebirge, in den Rhodopen, in den Pirin-Ausläufern und im Nordwesten des Landes. Schätzungen sprechen von mehreren Tausend bekannten Höhlen.
Für Reisende ist wichtig: Nur ein Bruchteil ist für den Besuch ausgebaut und beleuchtet. Wildhöhlen sind nur mit Führung und Erfahrung zugänglich, in der Regel mit lokalen Höhlenvereinen. Die meisten Besucher nehmen die Schauhöhlen, die mit Wegen und Licht erschlossen sind.
Was macht die Dewetaschka-Höhle bei Lowetsch besonders?
Die Dewetaschka-Höhle bei dem Dorf Dewetaki gehört zu den beeindruckendsten Höhlen des Landes. Sie ist rund 2,4 Kilometer lang und besitzt eine riesige Halle, in der Licht durch eine Öffnung in der Decke fällt. Das Quartier der Fledermäuse, die Spuren steinzeitlicher Besiedlung und die schiere Größe machen den Besuch zum Erlebnis.
Die Höhle liegt in der Nähe der Kruschuna-Wasserfälle, und beide lassen sich gut zu einem Tagesausflug von Lowetsch aus verbinden. Mit beiden Zielen solltest du zwei Tage planen, wenn du in Ruhe schauen möchtest.
Was zeigt die Magura-Höhle?
Im Nordwesten, bei dem Dorf Rabisha, liegt die Magura-Höhle, eine der größten Höhlen des Landes. Berühmt ist sie für prähistorische Wandmalereien, die Jagd- und Kultszenen zeigen. Die Bilder wurden mit Fledermausguano gezeichnet und zählen zu den bekanntesten Höhlenmalereien des Landes. Dazu kommen mächtige Tropfsteine in großen Hallen.
Die Höhle liegt etwa 25 bis 30 Kilometer von Belogradtschik entfernt. Ein Besuch lässt sich daher gut mit den berühmten Felsformationen der Stadt verbinden. Alles Weitere findest du auf unserer Seite Belogradtschik-Felsen & Magura. Die Donaustadt Widin liegt in der Nähe.
Warum heißt die Prohodna-Höhle „Augen Gottes“?
Die Prohodna-Höhle liegt im Iskar-Gebiet in der Nähe von Karlukowo. Ihr Name bezeichnet einen Durchgang, und ihr zweiter Name „Augen Gottes“ stammt von zwei Öffnungen in der Decke. Durch sie fällt Licht in die große Halle, und je nach Sonnenstand entstehen starke Kontraste. Der Eingang der Höhle gehört zu den größten in Bulgarien.
Die Höhle ist bei Familien beliebt, weil der Weg kurz und ohne Kletterei begehbar ist. Sie ist farbig beleuchtet und bietet gute Fotomotive. Zusammen mit der Iskar-Schlucht ergibt sich ein Ausflug, den du von Sofia aus an einem Tag schaffst. Wie du Kinder mit einbeziehst, steht unter Bulgarien mit Kindern.
Welche Höhlen gibt es in den Rhodopen?
Die westlichen Rhodopen sind Höhlenland. Bei Trigrad stürzt ein Fluss in den Teufelsrachen, eine Höhle, die in alten Legenden als Tor zur Unterwelt galt. Wenige Kilometer weiter wartet die Jagodina-Höhle. Beide erreichst du über Serpentinenstraßen von Smoljan, Devin oder Pamporowo aus. Details findest du im Ratgeber zur Trigrad-Schlucht.
Die Höhlen liegen auf rund 1.500 Metern im Umfeld, das Klima ist kühl. Die beste Zeit ist von Mai bis Oktober, im Winter ist der Zugang eingeschränkt. Mit dem Gebirge der Rhodopen verbinden sich Höhlen, Schluchten, Bergdörfer und Wanderwege zu einer abwechslungsreichen Route.
Was erwartet mich in der Ledenika-Höhle und der Saeva dupka?
Die Ledenika-Höhle liegt im westlichen Balkangebirge bei Wraza. Sie ist für Eis- und Tropfsteinformationen bekannt. Da sie in einer kühlen Zone liegt, hängen im Inneren oft Eiszapfen, daher der Name, der vom bulgarischen Wort für Eis abgeleitet ist. Die Höhle ist ein beliebtes Familienziel.
Die Saeva dupka bei Brestniza ist nach den Brüdern Seju und Sae benannt, die sich hier während der osmanischen Herrschaft versteckt haben sollen. Die Höhle bietet einen Rundweg durch Hallen und Gänge mit Tropfsteinen. Sie liegt nahe der Stadt Lowetsch und lässt sich mit der Dewetaschka-Höhle zu einer Höhlentour kombinieren. Für beide Höhlen lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Öffnungszeiten.
Gibt es Höhlenklöster in Bulgarien?
Ja. Neben Naturhöhlen sind in den Fels gehauene Kirchen und Klöster ein eigenes Kapitel. Das bekannteste Beispiel sind die Felsenkirchen von Iwanowo im Rusenski-Lom-Gebiet. Die Fresken stammen aus dem Mittelalter und gehören zum UNESCO-Welterbe. Auch das Felsenkloster Aladscha bei Goldstrand ist ein Besuchsziel, das du auf unserer Seite zum Goldstrand findest.
Wer diese Kirchen besichtigt, braucht etwas Kondition: Treppen und Pfade führen durch Felswände. Dafür belohnt die Ruhe der Orte. Ergänzend gibt es die Anlagen von Perperikon in den Ostrhodopen, wo ein antikes Heiligtum aus dem Fels gehauen wurde.
Wie plane ich einen Höhlenbesuch?
In Höhlen ist es ganzjährig kühl. Eine Jacke und feste Schuhe mit Profil sind Pflicht, denn Wege sind feucht und teilweise rutschig. Eine Stirnlampe als Reserve ist nützlich, wird aber oft nicht gebraucht. Vorab klärst du Öffnungszeiten, Eintritt und gegebenenfalls Führungen, denn viele Höhlen öffnen saisonal oder nur zu bestimmten Zeiten. Alle Preise findest du aktuell bei den Betreibern.
Fledermäuse stehen unter Schutz. Halte Abstand, schalte keinen Blitz auf Tiere und mache keinen Lärm. Berühre keine Tropfsteine, denn Fett auf der Haut stoppt ihr Wachstum. Das Fotografieren ist häufig erlaubt, mancherorts gegen Gebühr. Mit Kleinkindern ist die Prohodna-Höhle gut geeignet, die Dewetaschka-Höhle wegen der Dimension ebenfalls, die Rhodopen-Höhlen wegen Serpentinen und Höhenlage eher für Größere.
Welche Höhlentouren lassen sich kombinieren?
Drei Routen bieten sich an. Nordbulgarien: Lowetsch, Kruschuna-Wasserfälle, Dewetaschka-Höhle und Saeva dupka an einem oder zwei Tagen. Nordwesten: Belogradtschik-Felsen, Magura-Höhle und Widin als Teil einer Donau-Route. Rhodopen: Smoljan, Trigrad mit Teufelsrachen und Jagodina-Höhle als Teil einer Gebirgsreise. Von Sofia aus erreichst du Prohodna und Iskar-Schlucht an einem Tag.
Mit dem Mietwagen bist du am flexibelsten, denn viele Höhlen liegen abseits der Bahnstrecken. Hinweise zur Anfahrt findest du im Ratgeber Mietwagen in Bulgarien und in den Rundreisen und Reiserouten.
Wie entstehen Tropfsteine, und was sehe ich in den Hallen?
Tropfsteine entstehen, wenn kalkhaltiges Wasser von der Decke tropft und dabei winzige Mengen Kalk ablagert. Hängt das Gebilde von oben, heißt es Stalaktit, wächst es vom Boden nach oben, ist es ein Stalagmit. Treffen beide aufeinander, entsteht eine Säule. Das Wachstum dauert Jahrtausende, ein Zentimeter braucht oft viele Jahrzehnte. Deshalb sind Berührungen tabu.
In den Schauhöhlen siehst du neben Tropfsteinen auch Sinterbecken, Vorhänge aus Kalk und manchmal kleine Seen. Die farbige Beleuchtung hebt Formen hervor, ersetzt aber nicht den Blick fürs Detail: Schau dir die Oberflächen an, die oft wie Eiskristalle oder Korallen aussehen. In Höhlen mit Fledermausquartier bleibt es still und dunkel, und du erlebst den Raum so, wie er seit Jahrtausenden besteht.
Sind Höhlen ein Ziel für Regentage?
Ja, und das ist ein praktischer Vorteil. An der Schwarzmeerküste lässt sich ein verregneter Tag im Hinterland sinnvoll nutzen, ebenso an heißen Tagen, wenn es draußen über 35 Grad hat. Höhlen sind wetterunabhängig, und die Temperatur im Inneren bleibt weitgehend konstant. Bring trotzdem eine Jacke mit, denn der Unterschied zur Außentemperatur ist im Sommer groß.
Wer die Küste bereist, findet auf der Seite Beste Reisezeit Hinweise zu Wetter und Saison. Mit den passenden Orten ergibt sich ein Programm, das auch bei schlechtem Wetter funktioniert.
Worauf muss ich achten, damit der Besuch sicher bleibt?
Bleibe auf den Wegen und beachte die Absperrungen. In Schauhöhlen sind die Stufen oft nass, daher sind Schuhe mit Profil wichtiger als Fotoausrüstung. Gehe bei Gruppenführungen nicht voraus und halte Abstand zu Treppenkanten. Sehr kleine Kinder trägst du am besten, wenn es eng wird. Wer Platzangst oder Herzprobleme hat, wählt Höhlen mit großen Hallen wie Dewetaschka statt enger Gänge.
Betritt niemals ungesicherte Wildhöhlen ohne Führung. Nur erfahrene Höhlenkundler mit Ausrüstung und Ortskenntnis dürfen sie erkunden. Hinweise zur Gesundheit auf Reisen findest du unter Gesundheit und Sicherheit.
Welche ist die größte Höhle Bulgariens, die man besichtigen kann?
Die Dewetaschka-Höhle bei Lowetsch gehört mit rund 2,4 Kilometern Länge und ihrer riesigen Halle zu den größten Höhlen, die Besucher sehen können.
Wo sieht man prähistorische Höhlenmalereien?
In der Magura-Höhle bei Rabisha, nahe Belogradtschik. Sie zeigt Jagd- und Kultszenen aus vorgeschichtlicher Zeit.
Welche Höhle eignet sich gut für Kinder?
Die Prohodna-Höhle mit ihren zwei Deckenöffnungen und kurzem Weg ist bei Familien beliebt. Auch die Ledenika-Höhle ist ein klassisches Ziel für Kinder.
Brauche ich eine Jacke in der Höhle?
Ja. In Höhlen ist es auch im Sommer kühl und feucht. Ziehe eine Jacke und feste Schuhe an.
Natur und Aktiv
Schluchten, Wasserfälle und Nationalparks: Der Hub zeigt dir die Naturseite Bulgariens.
Passend dazu: Wraza mit der Vratsata-Schlucht und der Ledenika-Höhle.
Passend dazu: Drjanowo mit Kloster und Batscho-Kiro-Höhle.
