Bulgarien.info
Naturpark Bulgarka – Buchenwälder, Etar und Kom–Emine

Naturpark Bulgarka – Buchenwälder, Etar und Kom–Emine

Der Naturpark Bulgarka umfasst 21.772 Hektar auf den Nordhängen des Zentralbalkans oberhalb von Gabrowo und Trjawna. Er wurde 2002 ausgewiesen, besteht zu 80 Prozent aus Wald und schützt die Quellen der Jantra. Im Park liegen das Freilichtmuseum Etar, das Sokolski-Kloster und der Ökopfad Usana. Auch der Fernwanderweg Kom–Emine führt hindurch.

Wer von Weliko Tarnowo nach Süden zum Schipka-Pass fährt, steigt durch Buchenwald in die Höhe, ohne es zu merken. Die Hänge links und rechts der Straße gehören zum Naturpark Bulgarka. Er liegt zwischen der Schipka- und der Trjawna-Stara-Planina und reicht bis in den Vorbalkan. Gabrowo, Trjawna und der Schipka-Pass liegen am Rand oder mitten im Gebiet.

Diese Seite zeigt, was den Park auszeichnet: wo er liegt, welche Tiere und Pflanzen hier leben, welche Wege und Aktivitäten es gibt, wie die Zonen des Schutzgebiets aufgeteilt sind und von welchen Orten aus du am besten startest.

Fläche21.772 Hektar
Ausweisung9. August 2002 durch den Umweltminister
LageNordhänge und Kammlagen der Schipka- und Trjawna-Stara-Planina, Teile des Vorbalkans
GemeindenGabrowo, Trjawna und Maglisch
Waldrund 80 Prozent der Fläche
Pflanzenmehr als 1.300 Arten, 32 davon im Roten Buch Bulgariens
FernwanderwegKom–Emine über Usana, Schipka-Gipfel und die Hütten Busludscha, Bulgarka und Gramadliva
Besucherzentrumam südlichen Parkplatz des Freilichtmuseums Etar

Wo liegt der Naturpark Bulgarka?

Der Park liegt auf den Kammlagen und den Nordhängen der Schipka-Stara-Planina und der Trjawna-Stara-Planina, dazu kommen Teile des angrenzenden Vorbalkans. Politisch gehört das Gebiet zu den Gemeinden Gabrowo, Trjawna und Maglisch; Teile ihrer Siedlungen liegen im Park.

Mit 21.772 Hektar ist der Park groß genug, um mehrere Tagestouren zu füllen. Die Straße über den Schipka-Pass verbindet Nord- und Südbulgarien und führt mitten durch das Gebiet. Im Norden dienen Trjawna, Plachkowzi und Gabrowo als Ausgangsorte, im Süden Kasanlak, Maglisch und das Dorf Schipka. Eine Bahnlinie quert den Park ebenfalls; am Bahnhof Krastez, dem höchstgelegenen Normalspurbahnhof Bulgariens, beginnen mehrere Wanderrouten und Lehrpfade.

Geschützt ist das Gebiet seit dem 9. August 2002, als der Umweltminister es per Anordnung zum Naturpark erklärte. Der Park ist außerdem Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000.

Was macht die Natur im Park besonders?

Der Schutzzweck ist klar umrissen: Erhalten werden sollen die Buchenökosysteme und typischen Landschaften des Balkans samt Pflanzen- und Tierwelt. Rund 80 Prozent der Fläche sind Wald. Zwei Drittel davon sind Buchenwald: Wer hier wandert, geht im Sommer durch gedämpftes Licht und im Herbst über einen Teppich aus Laub.

Auch das Wasser gehört zu den Schutzgütern. Im Park entspringt die Jantra, der Fluss, der später durch Weliko Tarnowo fließt. Zum Quellgebiet zählen wichtige Zuflüsse im Oberlauf sowie der Stausee Hristo Smirnenski. Wer den Park besucht, steht also an der Wiege eines der bekanntesten Flüsse Nordbulgariens.

Die Artenvielfalt ist hoch: Mehr als 1.300 Pflanzenarten wurden nachgewiesen, 32 davon stehen im Roten Buch Bulgariens. Etwa 70 Prozent der Heilpflanzen, die in Bulgarien offiziell anerkannt sind, kommen im Park vor. Pflanzen zu sammeln ist im Schutzgebiet nur im Rahmen der geltenden Regeln erlaubt; im Zweifel fragst du die Parkverwaltung.

Buchenwald im Zentralbalkan mit Moos auf Felsen und Sonnenstrahlen zwischen den Stämmen

Welche Tiere leben im Naturpark Bulgarka?

Im Park leben Braunbär, Grauwolf, Rothirsch, Reh, Wildschwein und Europäischer Dachs. Auch der Fischotter kommt vor. Die großen Säugetiere sieht man selten, weil sie scheu sind und den dichten Wald bevorzugen; wer früh am Morgen und leise unterwegs ist, hat die besten Chancen auf Spuren oder einen Blick auf Rotwild.

Am Himmel kreisen Steinadler und Schreiadler. Dazu kommen mehrere Spechtarten, Waldschnepfen, kleine Falken und vier Schwalbenarten. Die Felsmassive des Parks bieten den Greifvögeln Nistplätze, und die offenen Hänge oberhalb der Waldgrenze sind gute Jagdreviere.

Welche Schutzgebiete und Naturdenkmäler liegen im Park?

Innerhalb des Naturparks gibt es kleinere, strenger geschützte Bereiche. Dazu gehören Studen Kladenets, Stolitsa, Mahtschenitsa-Jowowzi und das Gebiet rund um das Sokolski-Kloster.

Hinzu kommen vier Naturdenkmäler, die einen Abstecher lohnen:

  • Mahnatite Skali (die Moosfelsen): Felsen, die von Moos überzogen sind.
  • Wikanata Skala: ein Felsen, an dem auch geklettert wird.
  • Das natürliche Eibenvorkommen: ein geschützter Bestand dieser Baumart.
  • Golemijat Buk (die große Buche): eine uralte Buche.

Die Zonierung des Parks folgt dem Managementplan. Er teilt das Gebiet in vier Zonen: alte Wälder, in denen die Nutzung zeitweise verboten ist; eine Tourismuszone mit Wegen und Erholungsflächen; eine Zone mit Hütten, Ferienhäusern und Infrastruktur sowie eine Schutzzone für Artenvielfalt, Landschaft und Trinkwasser. Für Besucher heißt das: Die Wege und Rastplätze liegen in der Tourismuszone, und wer sie verlässt, kommt in Bereiche, die geschont werden sollen.

Welche Kulturorte liegen im Naturpark?

Zwei Kulturstätten gehören zum Park und verbinden Natur und Geschichte. Das Freilichtmuseum Etar liegt am Stadtrand von Gabrowo, neun Kilometer vom Zentrum entfernt, und zeigt Architektur und Lebensweise der Region in der zweiten Hälfte des 18. und am Beginn des 19. Jahrhunderts. Gegründet wurde es 1964, 1971 erhielt es den Status eines Denkmals von nationaler Bedeutung. Rund 50 Objekte gehören dazu: Häuser mit Werkstätten, Wasseranlagen und weitere Gebäude. An der Handwerkerstraße stehen 16 Häuser, die historische Bauten aus Gabrowo und Umgebung originalgetreu nachbilden. Das Museum besitzt die einzige Sammlung wassergetriebener technischer Anlagen in Bulgarien, darunter Walkmühlen, Wassermühlen und Mahlsteine. Handwerker gießen Tierglocken, töpfern, stellen Süßwaren und Kupfergefäße her oder arbeiten als Kürschner; ihre Waren kannst du direkt kaufen. Führungen gibt es auf Bulgarisch, Russisch, Englisch und Deutsch. Der Besuch ist kostenpflichtig. Mehr zur Stadt steht auf der Seite Gabrowo. Das Sokolski-Kloster liegt in einem eigenen Schutzgebiet; ein markierter Wanderweg führt von Etar dorthin.

Wer am Schipka-Pass hält, erreicht dort das Nationalparkmuseum Schipka-Busludscha. Die Geschichte des Passes erzählt die Seite Schipka-Pass. Dass Natur- und Kulturziele hier so dicht beieinander liegen, ist ein großer Vorteil: Ein regnerischer Tag lässt sich im Museum verbringen, ein sonniger auf dem Kamm.

Markierter Wanderweg über eine Bergwiese im Zentralbalkan mit Buchenwald im Hintergrund

Welche Wege und Aktivitäten gibt es?

Das Wegenetz ist vielfältig, und die meisten Touren beginnen in Gabrowo, Trjawna oder Plachkowzi. Die wichtigsten Angebote im Überblick:

  • Ökopfad Usana: Das Gebiet Usana liegt im geografischen Mittelpunkt Bulgariens. Der Pfad hat einen Spielplatz, Rastplätze, eine Aussichtsplattform und Unterstände. Bei Kindern beliebt ist die Waldschule, ein Klassenzimmer unter freiem Himmel mit Holzbänken und Tafel.
  • Weitere Ökopfade und Radrouten gibt es in der Nähe des Dorfes Basowez.
  • Fernwanderweg Kom–Emine: Der bulgarische Abschnitt führt über Usana, den Schipka-Gipfel und die Hütten Busludscha, Bulgarka und Gramadliva durch den Park. Mehr zum Wandern im ganzen Land findest du auf der Seite Wandern und Trekking.
  • Reiten: In Usana und Todortscheta sind Ausritte möglich.
  • Gleitschirmfliegen: Starten kann man an den Gipfeln Ispolin bei Usana, Bedek und Bulgarka.
  • Klettern, Bergsteigen und Höhlenforschung: Geeignete Orte sind der Fels Wikanata Skala, Höhlen unterhalb des Busludscha-Gipfels und Felsmassive bei Stantschew Han.

Der Name Bulgarka kommt in Bulgarien mehrfach vor: Auch der höchste Gipfel des Naturparks Sinite Kamani bei Sliwen heißt so. Beide liegen aber in verschiedenen Teilen des Balkangebirges und haben nichts miteinander zu tun.

Was bietet das Besucherzentrum?

Das Besucherzentrum des Parks befindet sich am südlichen Parkplatz des Freilichtmuseums Etar. Es bietet Führungen und Bildungsprogramme an, etwa zu Artenvielfalt, zum Tourismus im Park und zum Überleben im Gebirge. Wer mit Kindern kommt oder Wanderkarten sucht, ist hier richtig; Karten gibt es außerdem in den Touristeninformationen von Gabrowo und Trjawna.

Die Verwaltung des Parks sitzt in Gabrowo. Sie kümmert sich um Markierungen, Schutz und Überwachung des Gebiets. Wer eine geführte Tour plant, sollte sie vorher anfragen.

Von welchem Ort aus startest du am besten?

Die Wahl des Startpunkts bestimmt, was du siehst. Gabrowo ist die Stadt mit den meisten Unterkünften und liegt nur wenige Kilometer vom Freilichtmuseum Etar und vom Besucherzentrum entfernt. Trjawna ist kleiner und ruhiger, mit Holzschnitzkunst und Wiedergeburtshäusern. Wer lieber von Süden kommt, wählt Kasanlak oder das Dorf Schipka und geht den Kamm Richtung Norden.

Für den ersten Tag bietet sich Etar mit dem markierten Weg zum Sokolski-Kloster an. Für Usana und den Kamm solltest du einen eigenen Tag einplanen. Rundtouren über mehrere Tage sind über den Fernwanderweg Kom–Emine möglich. Mehr Hochgebirge im Zentralbalkan bietet die Seite Nationalpark Zentralbalkan.

Feste Schuhe, Regenschutz und genug Wasser gehören in jeden Rucksack, denn das Wetter im Gebirge schlägt schnell um. Ein Mietwagen erleichtert die Anreise zu Ausgangspunkten abseits der Städte; Tipps dazu stehen auf der Seite Mietwagen in Bulgarien.

Wie groß ist der Naturpark Bulgarka?

21.772 Hektar. Er liegt auf den Nordhängen des Zentralbalkans und wurde am 9. August 2002 ausgewiesen.

Welche Sehenswürdigkeiten liegen im Park?

Das Freilichtmuseum Etar, das Sokolski-Kloster, die Naturdenkmäler Moosfelsen, Wikanata Skala, das Eibenvorkommen und die große Buche sowie der Ökopfad Usana.

Wo beginnt der Fernwanderweg Kom–Emine im Park?

Der bulgarische Abschnitt führt über Usana, den Schipka-Gipfel und die Hütten Busludscha, Bulgarka und Gramadliva durch das Gebiet.

Welche Tiere kann ich im Park beobachten?

Braunbär, Wolf, Rothirsch, Reh und Wildschwein sowie Steinadler und Schreiadler. Die großen Säugetiere sind scheu; Vögel sind leichter zu sehen.

Berge und Aktiv

Gebirge, Nationalparks, Wandern und Skigebiete.

Zu Berge und Aktiv