Die bulgarische Hauptstadt Sofia

Die Metropole Sofia ist die Landeshauptstadt von Bulgarien. Die Hauptstadt liegt im Westen von Bulgarien und weist die mit Abstand größte Bevölkerungszahl im ganzen Land auf. Der Fluss Iskar fließt durch Sofia.

Einwohner

Sofia hat etwa 1,2 Millionen Einwohner. Damit lebt jeder sechste Bulgare in der Landeshauptstadt. 96% der Einwohner von Sofia sind Bulgaren, 1,5% Roma und 0,5% Türken. Die Bulgarisch-Orthodoxe Kirche hat die meisten Anhänger in Sofia, 82% der Bevölkerung gehören dieser Glaubensrichtung an. Des Weiteren sind Muslime und Juden in der Hauptstadt vertreten, wobei die jüdische Gemeinschaft stetig kleiner wird.

Geschichte

Universität Sofia

Universität von Sofia

Archäologische Funde weisen daraus hin, dass schon um 8000 v. Chr. eine steinzeitliche Siedlung an der Stelle existierte, an der heute Sofia steht. Im 7. Jahrhundert v. Chr. stand an diesem Ort die thrakische Stadt Serdica. Diese wurde schließlich von den Römern erobert und die Stadt entwickelte sich unter deren Herrschaft zu einer wahren Metropole.

Im Jahre 447 wurde Serdica von den Hunnen erobert und geplündert. Zwischen 527 und 565 wurde die Stadt unter Justinian I. wieder aufgebaut. Im 6. Jahrhundert wurde sie dann von slawischen Stämmen erobert, die ihr den Namen Sredez (Mitte) gaben.

Während der Kreuzzüge kam es in der bulgarischen Stadt erneut zu großen Verwüstungen. Schließlich gelangte sie unter byzantinische Herrschaft und erhielt den Namen Triadica. Erst im 14. Jahrhundert kam Sofia zu ihrem heutigen Namen. Namenspatronin war die Kirche Sweta Sofia.
Vom 15. bis in das 18. Jahrhundert hinein war Sofia unter osmanischer Herrschaft. Aus dieser Zeit stammen viele der heute noch zu bewundernden islamischen Bauten. Sofia entwickelte sich während dieser Zeit zu einem blühenden Handelszentrum. Schwere Erdbeben in den Jahren 1818 und 1858 zerstörten viele öffentliche Gebäude, die in der Folge nicht wieder aufgebaut wurden.
1879 wurde Sofia zur Hauptstadt des neu gegründeten Fürstentums Bulgarien erklärt. Unruhen auf dem Balkan sorgten in der nachfolgenden Zeit für städtebauliche Umbrüche.

Da Bulgarien sich im 2. Weltkrieg auf die Seite der Achsenmächte stellte, war Sofia starken Bombardierungen von Seiten der Allierten ausgesetzt. Die sowjetische Armee besetzte schließlich ganz Bulgarien. 1946 wurde die Volksrepublik Bulgarien ins Leben gerufen. Nach dem Krieg trat eine rege Phase der Bautätigkeit ein. In Sofia entstanden viele neue öffentliche Gebäude und Wohnkomplexe. 1989 wurde die kommunistische Regierung in der Hauptstadt Bulgariens gestürzt und eine Demokratisierung des Landes erfolgte.

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Sehenswürdigkeiten

Akademisches Nationaltheater Iwan Wasow

Akademisches Nationaltheater Iwan Wasow

Akademisches Nationaltheater Iwan Wasow

Das Akademische Nationaltheater Iwan Wasow wurde 1904 gegründet. Es wurde nach dem bulgarischen, Schriftsteller, Historiker und Politiker Iwan Wasow benannt, der als Patriarch der bulgarischen Literatur gilt. Opern, Dramen und Tanzaufführungen gehören zu dem abwechslungsreichen Programm, das hier geboten wird.

Nationales Archäologisches Museum

Das Nationale Archäologische Museum befindet sich in der Innenstadt von Sofia in einer ehemaligen Moschee. Die Jahrtausende alte Kultur und Kunst der Bulgaren wird hier zur Schau gestellt. Antike Schätze aus der Steinzeit, von Thrakern, Griechen, Römern und Byzantinern erwarten Sie bei Ihrem Besuch. Auch die Kulturgeschichte der Slawen und Bulgaren nimmt einen großen Raum im Nationalen Archäologischen Museum ein. Einen besonderen Höhepunkt stellt das Münzkabinett dar, das an das Museum angeschlossen ist.

Nationales Historisches Museum

Das Nationale Historische Museum liegt in Bojana, einem südlichen Vorort von Sofia. Es ist im ehemaligen Präsidentenpalast untergebracht. Ausstellungstücke von der Frühgeschichte bis zur Gegenwart füllen die gigantischen Räumlichkeiten. Das Nationale Historische Museum bewahrt eine besondere Kostbarkeit auf, den Goldschatz von Panagjurischte. Die goldenen Kleinode stammen noch aus der Zeit der Thraker.

Kathedrale Sweta Nedelja

Die Kathedrale Sweta Nedelja erhebt sich auf dem Largo-Platz im Zentrum von Sofia. Ursprünglich stammt das Gotteshaus aus dem Mittelalter, es wurde jedoch mehrfach zerstört und umgebaut. Ihr heutiges Gesicht erhielt die Kathedrale erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Wertvolle Wandmalereien und Ikonen zieren den Innenraum der Kathedrale Sweta Nedelja. 1925 war sie Ziel eines kommunistischen Anschlags, bei dem 120 Menschen getötet und 500 weitere verletzt wurden.
Unter der Kathedrale wurden Überreste alter römischer Bäder entdeckt, die aus der Zeit stammen, als die Stadt noch den Namen Serdica trug.

Alexander-Newski-Kathedrale

Alexander-Newski-Kathedrale

Alexander-Newski-Kathedrale bei Nacht

Die Alexander-Newski-Kathedrale gilt als Wahrzeichen von Sofia. Der Grundstein für das Gebäude wurde 1882 gelegt, der Bau erfolgte jedoch erst zwischen 1904 und 1912. Die Alexander-Newski-Kathedrale wurde im neobyzantinischen Stil errichtet. Das Oberhaupt der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche, Patriarch Neofit, hat hier seinen Sitz. Die Kathedrale steht auf dem Alexander-Newski-Platz im Zentrum von Sofia. Das Gotteshaus wurde nach dem Nationalhelden und Heiligen der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche Alexander Jaroslawitsch Newski benannt.

Fünf Kirchenschiffe bilden zusammen die Kathedrale. Sie ist von innen herrlich geschmückt und mit wertvollen Kunstgegenständen ausgestattet. Marmor und Gold verleihen dem Innenraum eine wahrhaft göttliche Pracht. Holzschnitzarbeiten, Fresken und Glasmalereien versetzen jeden Kunstliebhaber in Entzücken.

Unter der Alexander-Newski-Kathedrale befindet sich eine Krypta mit Ikonenmuseum. Heiligenbilder vom 9. bis zum 18. Jahrhundert werden hier präsentiert, unter anderem auch die berühmte Poganowo-Ikone.

Banja-Baschi-Moschee

Die Banja-Baschi-Moschee steht am Boulevard Knjaginja Maria Luisa im Zentrum von Sofia. Sie stammt aus dem Jahre 1576 und gilt damit als eine der ältesten Moscheen in ganz Europa. Banja-Baschi heißt übersetzt „viele Bäder“. Dieser Name geht auf ein Badehaus aus dem 16. Jahrhundert zurück, das direkt an die Moschee angrenzte.
In der Zeit, als Bulgarien eine kommunistische Regierung hatte (1944-1989), blieb die Moschee geschlossen. Seit 1989 erschallen wieder die Rufe der Muezzins von den Minaretten der Banja-Baschi-Moschee.
Offiziell ist die Moschee zwar nicht für Touristen geöffnet, jedoch werden Besucher zwischen den Gebetszeiten eingelassen, um das Gotteshaus zu besichtigen. Auch Frauen wird in angemessener Kleidung der Zutritt gewährt. Diese müssen ihr Haar mit einem Kopftuch bedecken, das am Eingang der Banja-Baschi-Moschee erhältlich ist.
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Parks

Park

Sofia verfügt über Grünflächen von über 500 ha im Stadtgebiet

In Sofia gibt es zahlreiche Grünflächen und Parks. Ein besonders schöner Park ist der Witoscha-Naturpark, der am Fuß des gleichnamigen Gebirges liegt. Im Zentrum von Sofia befindet sich der größte Park der Stadt mit dem Namen Borisowa Gradina. Borisowa Gradina lädt zur Erholung und zu sportlichen Vergnügen ein. Der künstlich angelegte Arianasee ist das Herz des Parks. Hier gibt es einen Bootsverleih. Das Wassil-Lewski-Stadion und das Stadion der bulgarischen Armee sind Teil der Parkanlagen. Darüber hinaus bietet Borisowa Gradina mehrere Tennisplätze, eine Radrennbahn und ein Freibad. Ein kulturelles Highlight in dem Park ist das Freiheitsdenkmal.

Bemerkenswert sind außerdem der Südpark von Sofia, der zweitgrößte Park der Stadt, sowie der Zoologische Garten. Der Zoologische Garten wurde 1888 gegründet und ist damit nicht nur der größte, sondern auch der älteste Tiergarten der Balkanhalbinsel.

Karte: Sehenswürdigkeiten und Parks in Sofia

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