Plowdiw - die älteste Stadt Bulgariens

Plowdiw ist die zweitgrößte Stadt Bulgariens. Sie liegt in der Thrakischen Ebene in der Nähe des Rhodopen-Gebirges.

Einwohner

Plowdiw hat an die 350.000 Einwohner. 278.000 Bulgaren, 16.000 Türken und 9438 Roma leben in der bulgarischen Stadt. Plowdiw ist mit einer 6000 Jahre alten Siedlungsgeschichte die älteste durchgängig besiedelte Stadt Europas.

Geschichte

Straße in Plowdiw

Altehrwürdige Gasse in Plowdiw

Archäologische Funde weisen darauf hin, dass schon im 6. Jahrtausend v. Chr. die ersten Siedlungen im heutigen Stadtgebiet von Plowdiw existierten. Die Stadt, die damals noch den Namen Eumolpias trug, befand sich lange unter thrakischer Herrschaft, bis sie 341 v. Chr. von dem makedonischen König Philipp II. erobert wurde. Dieser gab ihr den Namen Philippopolis. Den Thrakern gelang es zu einem nicht bekannten Zeitpunkt, die Stadt zurückzugewinnen. 183 v. Chr. wurde Philippopolis kurzzeitig von Philipp V. beherrscht, bevor es wieder unter thrakische Herrschaft fiel.

72 v. Chr. eroberten die Römer die Stadt und benannten sie in Trimontium um. Die Römer bauten die Infrastruktur von Trimontium aus, wodurch die Stadt an Bedeutung gewann. Am Ende des 4. Jahrhunderts n. Chr. fiel Trimontium an Byzanz.

Im 5. Jahrhundert begann die Besiedlung der Gegend um das heutige Plowdiw durch die Slawen. Die Stadt erhielt im 6. Jahrhundert den Namen Paldin. In der Folgezeit wechselte die Zugehörigkeit von Paldin häufig. Während des Zweiten Bulgarischen Reichs war die Stadt ein Teil dieses Reiches. 1204 wurde das Stadtgebiet von Kreuzrittern erobert. Ein Jahr später gelang den Bulgaren die Rückeroberung von Paldin.

1364 eroberten die Osmanen die bulgarische Stadt und tauften sie in Filibe um. Filibe entwickelte sich zu einer Kosmopole der osmanischen Kultur. Im 15. Jahrhundert fand erstmals der Name Plowdiw für die Stadt Erwähnung.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts avancierte Plowdiw zu einem wichtigen Handelszentrum. 1853 hatte die Stadt bereits mehr als 50.000 Einwohner. Zu dieser Zeit spielte Plowdiw eine bedeutende Rolle im Kampf für eine unabhängige bulgarische Kirche. Dieser Kampf war von Erfolg gekrönt, 1870 gewährten die Osmanen den Bulgaren die Unabhängigkeit der Kirche. Bildung spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte der Stadt. Die erste bulgarische Schule wurde 1839 in Plowdiw eröffnet. Außerdem waren der erste Verlag sowie die erste Druckerei Bulgariens in Plowdiw ansässig.

1877 begann der Krieg zwischen den Russen und den Osmanen. In der Folge wurde Plowdiw unter russischer Herrschaft zur Hauptstadt erklärt. Nach der Teilung Bulgariens war Plowdiw Teil der osmanischen Vasallenprovinz. Am 6. September 1885 wurde das Land wiedervereinigt, seit dieser Zeit trägt der zentrale Platz in Plowdiw den Namen Saedinenie (Wiedervereinigung).
Im 20. Jahrhundert entwickelte sich Plowdiw zu einer internationalen Messestadt.
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Sehenswürdigkeiten

Römisches Stadion

Das antike Römische Stadion in Plowdiw befindet sich in der Nähe der Einkaufstraßen. Es ist ein hufeisenförmiger Bau, in dem 30.000 Zuschauer Platz fanden. Vermutlich wurden hier unter dem römischen Kaiser Septimius Severus sportliche Wettkämpfe veranstaltet.

Antikes Theater

Das Antike Theater in Plowdiw stammt aus der Zeit, als die Stadt unter römischer Herrschaft stand. Auf den Bänken sind die Namen der antiken Stadtteile eingeritzt, so konnte jeder Besucher entsprechend seinem Wohnsitz Platz nehmen. Das Antike Theater bietet auf 2 Rängen Platz für 7.000 Zuschauer und wird auch in der heutigen Zeit noch als Amphitheater genutzt.

Nebet Tepe

Nebet Tepe ist eine Ausgrabungsstätte in Plowdiw. Benannt wurde die Stätte nach dem Hügel, auf dem sie liegt. Thrakische Siedlungsreste, die mehr als 2500 Jahre alt sind, wurden hier gefunden. Nebet Tepe ist ein Muss für archäologiebegeisterte Urlauber.

Kloster Batschkowo

Kloster Batschkowo

Kloster Batschkowo

Das Kloster Batschkowo ist das zweitgrößte Kloster Bulgariens und liegt 30 km südlich von Plowdiw. Das Kloster wurde 1083 unter byzantinischer Herrschaft gegründet. Im Mittelalter wurden im Kloster Batschkowo junge Männer zu Mönchen und Lehrern ausgebildet. Die Schreibschule der kirchlichen Einrichtung war sehr berühmt. Das Kloster hat eine bezaubernde Gartenanlage, die eigentlichen Sehenswürdigkeiten sind jedoch die drei Kirchenbauten und das Beinhaus. Das Beinhaus ist eines der ältesten Gebäude des Klosters. Es ist zweigeschossig und mit beeindruckenden Fresken verziert. Das untere Stockwerk beherbergt das Beinhaus, im oberen Stockwerk ist eine Friedhofskirche untergebracht.

Zum Kloster Batschkowo gehört ein Museum, in dem man Kirchengeräte, alte Münzen und Bücher besichtigen kann. Außerdem gehört ein Schwert zur Austellung, das Überlieferungen zufolge von dem berühmten König Barbarossa bei einem Kreuzzug im Kloster zurückgelassen wurde.
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Rhodopen-Gebirge

Das Rhodopen-Gebirge liegt im Süden Bulgariens und erstreckt sich bis nach Griechenland. Der höchste Gipfel des Gebirges ist der Goljam Perelik mit 2191 Metern. Die Rhodopen sind dicht bewaldet und es gibt ausgeprägte Karstlandschaften mit tiefen Schluchten.

Rhodopen-Gebirge

Rhodopen-Gebirge

Sehenswert sind die Höhlen Teufelsschlund, Uhloviza und Jagodinska sowie die außergewöhnliche Felsformation Wunderbare Brücken. Die herrliche Natur im Rhodopen-Gebirge lädt zum Wandern ein.