Das kulturelle Erbe Bulgariens

Traditionelles Haus in Bulgarien

Traditionelles Haus in Bulgarien

Auf dem Gebiet Bulgariens haben seit der Steinzeit viele Völker ihre Spuren hinterlassen und dem Land einen einzigartigen Reichtum an historisch wertvollem Kulturgut hinterlassen.

Die UNESCO hat 9 Lokalitäten in Bulgarien zum Weltkulturerbe erklärt. Dazu gehören Gotteshäuser ebenso wie Naturparks. Geprägt wurde die Kultur des Landes auch durch die Literatur einzigartiger Autoren. Eine bedeutende Rolle in der Kulturgeschichte Bulgariens nimmt die Folklore ein. Bulgarische Volkslieder sind in der heutigen Zeit wieder sehr populär.

Das Weltkulturerbe Bulgariens

Es gibt 9 ganz besondere Stätten in Bulgarien, die von der UNESCO zum Weltkurturerbe erklärt wurden. Dazu zählen die Kirche von Bojana, die Felskirchen von Iwanowo, Nessebar, die Reiter von Madara, das Kloster Rila, Srebarna, Strandscha sowie die zwei Thrakergräber von Kasanlak und Sweschtari.

Kirche von Bojana

Die Kirche von Bojana befindet sich in Sofia am Fuße des Witoscha-Gebirges. Die bulgarisch-orthodoxe Kirche entstammt dem Mittelalter. Weltberühmt sind die Fresken der Kirche von Bojana. Der Name des Künstlers ist nicht überliefert, vermutet wird, dass er der Schule von Tarnowo angehörte. In 89 verschiedenen Szenen hat der Maler 240 Menschen dargestellt, z.B. Ausschnitte aus dem Leben des heiligen Nikolaus, aber auch alltägliche Situationen wurden in den Fresken festgehalten. Die Kirche von Bojana wurde 1979 in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen und beherbergt heute eine Filiale des Nationalen Historischen Museums.

Felskirchen von Iwanowo

Im Osten von Iwanowo liegen mehrere orthodoxe Kapellen, Kirchen und Klosterräume, die zusammen das Kloster Iwanowo bilden. Das Dorf Iwanowo befindet sich im Nordosten Bulgariens ca. 20 Kilometer südwestlich der Donaustadt Russe. Schon im 12. Jahrhundert siedelten sich hier Eremiten an, die zunächst die natürlichen Höhlen in der Gegend bewohnten und weitere Kammern in den weichen Kalkstein gruben. Das ehemalige Zarenkloster entstand zwischen dem 13. und dem 17. Jahrhundert. Es wurde in die Flanke eines Felsens gehauen. In 6 der Kirchen und Kapellen sind mittelalterliche Fresken erhalten. Besonders die zentrale Klosterkirche, die der Jungfrau Maria geweiht ist, enthält einen wahren Schatz an Fresken. Die zentrale Klosterkirche wurde in einer Höhe von 38 Metern in den Fels gehauen.
Seit 1979 sind die Felskirchen von Iwanowo Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Die UNESCO stellte finanzielle Mittel zur Verfügung, um dieses einmalige Denkmal der Geschichte zu restaurieren. Nach eingehenden Arbeiten wurden die Felskirchen von Iwanowo erst im Jahre 2002 wieder für die Allgemeinheit geöffnet.

Nessebar

Nessebar ist eine Stadt am Schwarzen Meer in der Nähe von Burgas. Die kleine Stadt entstand aus einer thrakischen Siedlung und wurde im 5. Jahrhundert v. Chr. von Griechen besiedelt. Die Altstadt von Nessebar ist heute ein Freilichtmuseum. Auf Grund der besonderen Architektur, die hier zu sehen ist, wurde Nessebar zum Weltkulturerbe erklärt. Eine architektonische Meisterleistung reiht sich an die nächste. Die Überreste der aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. stammenden Stadtmauern gehören neben den vielen Kirchen aus verschiedenen Jahrhunderten zu den beeindruckensten Bauwerken, die es in Nessebar zu bestaunen gibt.

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Reiter von Madara

Reiter von Madara bezeichnet ein Felsenrelief aus dem frühen Mittelalter in der Nähe der ehemaligen bulgarischen Hauptstadt Pliska. Es befindet sich auf einer Klippe in einer Höhe von 100 Metern. Das Monumentalrelief stellt einen Reiter dar, der gegen einen Löwen kämpft. Außerdem ist ein Hund, der den Reiter begleitet, zu sehen. Der Ursprung des Reiters von Madara ist nicht hinlänglich geklärt. Seit 1979 zählt das Monument zum UNESCO-Weltkulturerbe. Wenn der Euro in Bulgarien eingeführt wir, soll der Reiter von Madara die 1-Euro-Münze zieren.

Kloster Rila

Rila-Gebirge

Das Kloster Rila liegt im gleichnamigen Gebirge

Das Rila-Kloster liegt im gleichnamigen Gebirge etwa 120 Kilometer südlich von Sofia. Der offizielle Name der bulgarisch-orthodoxen Glaubenseinrichtung ist Kloster des heiligen Iwan Rilski. Das Kloster Rila wurde zu Beginn des 10. Jahrhunderts gegründet. Ein Großbrand zerstörte im 19. Jahrhundert die meisten Gebäude, so dass das Kloster neu aufgebaut werden musste. Fresken aus dieser Zeit zieren die Innenräume. Kunstvolle Ikonen ziehen die Bewunderung der Besucher auf sich. Im Ostflügel des Rila-Klosters befindet sich heute ein Museum. Alte Waffen der Klosterwachtposten, Urkunden, Kirchengegenstände, alte Münzen und bedeutende Holzschnitzarbeiten werden hier aufbewahrt. Im Nordflügel wurden Gewölbeteile der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, die einstige Klosterküche sowie ländliche und kirchliche Gebrauchsgegenstände können in diesem Teil des Klosters Rila bestaunt werden.

Srebarna

Srebarna bezeichnet ein Biosphärenreservat im Nordosten Bulgariens an der Donau. Das Gebiet umfasst mehr als 900 Hektar. Der Srebarna-See ist Teil des Biosphärenreservats. An die 100 Vogelarten nutzen dieses Gebiet als Brutplatz und etwa 80 verschiedene Zugvogelarten überwintern in dem Reservat. Die UNESCO erkannte Srebarna 1977 als Biosphäre an und 1983 wurde es zum Weltkulturerbe erklärt. Der Bau eines Damms an der Donau führte jedoch dazu, dass die jährlichen Überschwemmungen ausblieben, so dass die Zukunft des Reservats gefährdet ist. Die Pelikan-Population ist seit dieser Zeit stark zurückgegangen. Ein Besuch des Biosphärenreservats Srebarna ist nicht erlaubt, das gesamte Gebiet ist mit einem Zaun abgesperrt. Dafür gibt es ein Naturkundemuseum, das zum Biosphärenreservat gehört.

Strandscha

Der Naturpark Strandscha liegt im gleichnamigen Gebirge im Südosten Bulgariens. Über 1000 Quadratkilometer umfasst der Naturpark und ist somit das größte Naturschutzgebiet Bulgariens. Strandscha beinhaltet 5 Biosphärenreservate. Das Besondere an Strandscha ist das Vorkommen von Reliktpflanzen aus der Tertiärzeit, wie z.B. der Pontische Rhododendron, der auch Symbol des Naturparks ist.

Thrakergrab von Kasanlak

Das Thrakergrab von Kasanlak befindet sich in der Nähe von Kasanlak im Zentrum von Bulgarien. Einst stand hier die thrakische Hauptstadt Seuthopolis. Das Thrakergrab von Kasanlak gehört zu einer antiken Nekropole. Das Bienenkorbgrab ist mit einem Ziegelgewölbe geschmückt und stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Die Grabkammer sowie der Vorrraum sind mit interessanten Wandgemälden verziert. Das Grab von Kasanlak gilt als die besterhaltenste Sehenswürdigkeit aus der Zeit der Thraker in ganz Bulgarien.

Thrakergrab von Sweschtari

Thrakergrab

Thrakergrab

Das Thrakergrab von Sweschtari liegt in der Nähe des Dorfes Sweschtari, etwa 40 Kilometer von Razgrad entfernt, im Nordosten von Bulgarien. Es stammt aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. und wurde 1985 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Wahrscheinlich handelt es sich um die letzte Ruhestätte des getischen Königs Dromichaites. Hervorstechend sind die Karyatiden am Thrakergrab von Sweschtari. Karyatiden sind weibliche Skulpturen, die die Aufgabe von Säulen übernehmen. Die Karyatiden am Thrakergrab von Sweschtari sind außergewöhnlich, da sie halb Mensch und halb Pflanze sind.

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Bulgarische Literatur

Der Grundstein für die bulgarische Literaturgeschichte wurde im 8. Jahrhundert n. Chr. gelegt. Chroniken, Grabinschriften und Schriften an Gebäuden sollten zu dieser Zeit den Ruhm großer Herrscher verbreiten und erhalten. Das 10. Jahrhundert gilt als goldenes Zeitalter der bulgarischen Literaturgeschichte. Tschernorizec Hrabar veröffentlichte sein Traktat zur Verteidigung der slawischen Schrift mit dem Titel O Pismenach (Über die Buchstaben).
BücherIm 14. Jahrhundert erlebte die Literatur erneut eine Hochzeit in Bulgarien, das 1350 in der Nähe von Tarnowo gegründete Kloster trug maßgeblich dazu bei. Berühmte Vertreter der Literaturgeschichte aus dieser Zeit sind der Mönch Kiprian, Grigorij Camblak sowie Konstantin Kostenezki. Während der osmanischen Herrschaft taten sich besonders Wladislaw Gramatik und Sophronius von Wraza als Autoren hervor. Ihre Werke haben als Thema hauptsächlich die Identitätsfindung zum Inhalt, was bei der damaligen historischen Situation nicht weiter verwunderlich ist.

Im 18. Jahrhundert entwickelte sich die bulgarische Literatur in zwei Richtungen weiter. Zum einen gab es viele Histographen, zum anderen Autobiographen. Zum Ende der osmanischen Herrschaft hin waren patriotische Gedichte von Revolutionären sehr beliebt. Christo Botew und Ljuben Karawelow gehören zu den wichtigsten Vertretern dieser literarischen Form.

Die moderne Literatur in Bulgarien wurde durch symbolistische Dichter wie Nikolai Liliew geprägt. Auch der Expressionismus war in Bulgarien durch den Poeten Geo Milew vertreten. Dieser wurde jedoch 1925 von regierungsnahen, antikommunistischen Kräften ermordet.

Zeitgenössische bulgarische Autoren sind z.B. Nedjalko Jordanow und Georgi Markow. Markow ist außerhalb Bulgariens vor allem durch die seltsamen Umstände seines Todes bekannt geworden. Der bulgarische Literat, der das kommunistische Regime seines Landes öffentlich kritisierte, kam 1978 bei dem Regenschirmattentat in London ums Leben. Mit Hilfe eines Regenschirms wurde ihm eine vergiftete Kugel in die Wade gestochen. 3 Tage nach dem Attentat starb Markow an Herzversagen. Als Täter gilt Francesco Gullino, der im Auftrag des bulgarischen Geheimdiensts handelte. Zu den bekanntesten Werken von Markow zählen Das Portrait meines Doppelgängers und Die Frauen von Warschau.

Musik & Folklore

Traditionelle Musikgruppe

Traditionelle bulgarische Musik

Traditionell ist der Chorgesang in Bulgarien sehr einflussreich. Der staatliche Chor feiert regelmäßig große Erfolge und einige Frauenchöre, wie z.B. Angelite, sind in der ganzen Welt bekannt. Als Nationalinstrumente gelten in Bulgarien der Kaval, eine Langflöte und ursprünglich das Instrument der Hirten, sowie die Gajda, eine Sackpfeife, die dem schottischen Dudelsack ähnelt. Aus Bulgarien kommen einige gefeierte Opernstars, darunter Wesselina Kassarowa und Boris Christow. Ein sehr berühmter bulgarischer Sänger ist Ari Leschnikow, der den Comedian Harmonists angehörte. Die Folkloresängerin Walja Bankanska machte die volkstümliche bulgarische Musik weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt.
Das Außergewöhnliche an der bulgarischen Volksmusik ist deren rhythmische Vielfalt. Sie besteht häufig aus ungeraden Takten und einer einzigartigen Melodik, so dass es eine Meisterleistung ist, die volkstümliche Musik gut zu spielen. In der Zeit, als Bulgarien von den Osmanen besetzt war, spielte die Folklore eine bedeutende Rolle bei der Bewahrung der nationalen Identität.