Bulgarien hat sich einen Ruf aufgebaut, Weine von hoher Qualität zu günstigen Preisen zu produzieren. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges, der dem Land die kommunistische Herrschaft brachte, wurde Weinbau in Bulgarien beinahe ausschließlich von kleinen Winzern betrieben, die ihren eigenen Wein kelterten. 1944 beschloss die Regierung das Kollektivsystem einzuführen, das bis dahin nahezu unbekannt war.
In Weinbauschulen wurden neue Fachkräfte ausgebildet, zahlreiche ausländische Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot oder Chardonnay wurden neben den einheimischen Sorten wie Gamza und Mavrud angepflanzt.
Bulgarien hat ein noch unerschöpftes Potential für den Weinanbau. Viele Weinberge und Kellereien benötigen Investitionen, um moderne Standards zu erfüllen. Der Norden Bulgariens hat ein kontinentales Klima mit kühlen Wintern und heißen Sommern. Mildere Klimabedingungen finden sich im Süden, wo das Schwarze Meer und das Mittelmeer Einfluss ausüben. Dort gibt es Hügellandschaften mit perfekten Mikroklima-Bedingungen für den Weinanbau. So sind alle Voraussetzungen in Bulgarien geschaffen, um – mit ein bisschen Hilfe – eine echte internationale Konkurrenz für Frankreich und Italien zu werden.